Archiv der Kategorie 'Thorium-Hype'

Ist Deutschland in der Lage, selbstständig Atomwaffen zu bauen?

Dies ist die Fragestellung und Inhalt eines hoch informativen Vortrags von Dr. Rainer Moormann, Aachen.
Unter dem Inhalt . . .
• Funktionsweise einer Atombombe
• Gewinnung von waffenfähigem Spaltstoff
• Aktueller Stand in Deutschland
• Eigene Erfahrungen zur Proliferation
• Zusammenfassung
. . . kommt er zu dem Fazit: „Anders als in der Presse dargestellt (Joffe…), wäre Deutschland in wenigen Jahren auf Basis der Urananreicherung in der Lage, wirksame Atomsprengsätze zu bauen.“
In dem 2. Kapitel geht er außerdem auf die aktuelle Hype „Thorium in Flüssigsalzreaktoren“ ein.

Lohnt sich! => hier gibts den Vortrag als pdf
=> Ist Deutschland in der Lage, selbstständig Atomwaffen zu bauen? . . . von Dr. Rainer Moormann

Auch darum am Karfreitag, 14.4.2017, auf nach Jülich oder Gronau!
• Flyer zum vergrößern (pdf) bitte anklicken! •

Ostermarsch Jülich:

Beginn der Mahnwache am Karfreitag in Jülich ist um 14 Uhr vor ETC am Forschungszentrum Jülich. Am Info-Stand werdet Ihr von der Volxküche Nordeifel mit Getränken und passenden veganen kulinarischen Köstlichkeiten bestens versorgt!
=> 550 m vor dem Haupteingang des Forschungszentrums => rechts in eine Seitenstraße … ETC
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Die „grüne Atomkraft“: Thorium – Atomkraft ohne Risiko?

Kugelhaufenreaktoren, Thorium und Transmutation:
Die letzten Strohhalme der Atomlobby

Dazu ein Seminar am Samstag, 19. November 2016 in Hamm:

Die um 1990 in Deutschland gescheiterten Kugelhaufenreaktoren AVR und THTR-300 werden von der Nuklearlobby noch immer als Spitzenprodukt deutscher Ingenieurkunst, als „inhärent sicher“ und fast frei von schwierigem Atommüll gefeiert.
Da China, unterstützt aus Jülich, einen kleinen Kugelhaufenreaktor HTR-PM voraussichtlich 2017/18 – allerdings unter sicherheitstechnisch wenig vertrauenerweckenden Bedingungen – in Betrieb nehmen wird, ist mit einem Aufflammen der Diskussion über die „verpasste Chance Kugelhaufenreaktor“ zu rechnen. Mehrere Schwellenländer haben bereits Interesse am chinesischen HTR-PM bekundet.

In dieser Veranstaltung werden die Geschichte der Kugelhaufenreaktoren, ihre Technik und ihre ungelösten technischen, Sicherheits- und „Entsorgungs“- Probleme sowie ihre Stellung in der internationalen Nuklearwirtschaft erläutert.
Auch die aktuellen großen „Entsorgungs“-Probleme der deutschen Kugelhaufenreaktoren werden ausführlich dargelegt.

Die Probleme eines Thoriumkreislaufs, wie er in den deutschen Kugelhaufenreaktoren versucht wurde und aktuell wieder Interesse findet, werden ebenso abgehandelt wie derzeitige Pläne einer Atommüllbeseitigung mit Hilfe von Transmutation/Partitioning.

Kann die Anti-Atomkraftbewegung in Deutschland der Unterstützung sogenannter grüner „umweltfreundlicher“ Atomtechnologien tatenlos zusehen?

=> Verbindliche Anmeldung bis spätestens zum 1. November 2016
an den => BUND Landesverband NRW e.V

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siehe zum Thema auch => „Thorium – Atomkraft ohne Risiko?“ Alte Lügen – neu verpackt bei ARTE . . . 24. September 2016 . . . AAE

und => Kritische Stimmen zur These „Thorium – Atomkraft ohne Risiko“ . . . 21. September 2016 . . . AAE

und => Interview mit Rainer Moormann zu Hochtemperaturreaktoren in China . . . 7. September 2016 . . . ASW
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„Thorium – Atomkraft ohne Risiko?“ Alte Lügen – neu verpackt bei ARTE

(von Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer, Vizepräsident Atomschutzverband TRAS)

Die internationale Atomlobby war nach den vielen Opfern der „zivilen“ Nutzung der Atomkraft, nach Fukushima und Tschernobyl für kurze Zeit ein wenig in Deckung gegangen. Aufgegeben hat sie nicht. . .

Der ARTE/NDR-Film „Thorium – Atomkraft ohne Risiko?“

. . . vom 20.9.16 erinnert nicht nur von der Machart an den alten, gut gemachten Propagandafilm aus dem Jahr 1953 „Unser Freund das Atom“ von Walt Disney.
„Unser Freund das Atom“ ist sauber, risikolos, unendlich vorhanden und es wird die endliche und schmutzige Energie aus Kohle und Öl ersetzen, war die Botschaft des alten Disney-Films und der neue ARTE Film von 2016 überträgt die damalige Heilsbotschaft auf den „zukünftigen“ Hoffnungsträger der Atomindustrie, auf den Flüssigsalzreaktor, den Thorium-Reaktor.

Produktplatzierung (engl. product placement), gezielte, verdeckte Produktwerbung ist in öffentlich rechtlichen Medien eigentlich verpönt. Im ARTE-Film „Thorium – Atomkraft ohne Risiko?“ war tatsächlich keine Werbung versteckt. Der Film selber war ein einziger Werbespot, nur der Hinweis zu „Risiken und Nebenwirkungen“ des beworbenen Produktes fehlte. Es wäre dumm, „ausgewogene“ Filme zu fordern. Doch wenn zentrale Aspekte fehlen und eine Hochrisikotechnologie mit vorgeschobenen Öko-Argumenten schöngefilmt wird, dann ist das Greenwash.

Kleine und kleinste „umweltfreundliche“ Thorium-Atomkraftwerke sollen zukünftig überall auf der Welt gebaut werden und die Forschung wird mit EU-Geldern gefördert. Aus dem alten, großen Druck- und Siedewasser-Reaktor würden unzählige Klein- und Kleinstreaktoren.
Ein zentrales Risiko der vielen, neuen Kleinreaktoren wurde bei ARTE gezielt ausgeklammert. In jedem dieser Mini-Reaktoren entsteht die Radioakivität vieler Hiroshima-Bomben. Ein Unfall oder ein Anschlag auf ein Kleinst-AKW könnte eine Stadt unbewohnbar machen.
Viele kleine Reaktoren sind viele kleine, zwangsläufig schlecht gesicherte, potentielle Anschlagsziele. Wenn heute in Syrien und im Irak diese neuen AKW stünden, dann könnte der IS schmutzige Bomben bauen. Auch für die heutigen und zukünftigen Diktatoren der Welt brächte die Möglichkeit, „schmutzige Bomben“ zu bauen einen „nordkoreanischen Machtzuwachs“.
Die Idee der Verbreitung von vielen kleinen AKW auf der Welt ist ein atomarer Alptraum, passt allerdings auch gut ins zerstörerische Zeitalter des Anthropozän..

Umweltbelastend, krank machend und sogar tödlich sind die Folgen der Thoriumgewinnung und der atomaren Aufarbeitung. Im so genannten Normalbetrieb geben auch Kleinreaktoren, wohnortnah, krebserzeugende Radioaktivität an die Umwelt ab. Ein Thorium-Reaktor erzeugt zwar weniger und kürzer strahlenden Atommüll als ein Druckwasserreaktor, doch dafür strahlt er stärker.
In Deutschland war der Thorium-Hochtemperaturreaktor (THTR) im westfälischen Hamm ein riskantes, kostspieligen Fiasko. Die erhöhte Zahl von Krebserkrankungen im Umfeld des THTR, der Unfall am 4./5. Mai 1986 bei dem Radioaktivität freigesetzt wurde (aber nicht gemessen werden konnte, weil durch einen „erstaunlichen Zufall“ die AKW-Messinstrumente nicht funktionierten), waren kein Thema für den Werbefilm.

Eine zentrale Frage hat der ARTE /NDR-Film von Myriam Tonelotto nicht beantwortet:

Warum soll eine gefährliche, teure Technologie weiter entwickelt und gefördert werden, wo es doch kostengünstige, umweltfreundliche und ungefährliche Alternativen gibt?

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer,
Vizepräsident Atomschutzverband TRAS

Nachtrag und kleiner Trost für die Redaktion: Nicht alle kritisieren den Film. Werbung und lobende Kritiken im Netz gibt´s u.a. von der Atompartei AfD, von Gegnern der Energiewende und Klimawandelleugnern, von Windkraftkritikern, die Windräder für gefährlicher als AKW halten und den Atomlobbyisten im Netz.

=> BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein
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zu diesem Thema gibt´s auch ein Seminar am 19.11.16 in Hamm => Die „grüne Atomkraft“: Thorium – Atomkraft ohne Risiko?
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siehe zum Thema auch => Kritische Stimmen zur These „Thorium – Atomkraft ohne Risiko“ . . . 21. September 2016 . . . AAE
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Klaus der Geiger & Salossi
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Kritische Stimmen zur These „Thorium – Atomkraft ohne Risiko“

(aus einer e-mail vom 21.9.16 von Philip Bedall, ROBIN WOOD Energie, energie[ät]robinwood.de)

ARTE-Themenabend Atomkraft vom 20.9.2016

Für alle die, bei denen der ARTE-Themenabend „Thorium – Atomkraft ohne Risiko?“ offene Fragen hinterließ, hier einige kritische Stimmen zur These „Thorium-Reaktoren als sichere und umweltgerechte Alternative“:

„Haben wir nicht all diese Dinge schonmal von Befürwortern der Atomkraft gehört? Wurde uns nicht in den 50ern, 60ern, 70ern, 80ern, 90ern und ebenso bis heute erzählt, dass all diese Wunder sogar von Uran-Reaktoren erfüllt werden? […]
Sichere Reaktoren?
Die Risiken die Atomreaktoren innewohnen beruhen auf der gewaltigen Konzentration an radioaktivem Material und der riesigen Menge an Hitze, die sie produzieren (welche schlussendlich für die Elektrizitätsproduktion erfordert wird). Es macht keinen Unterschied, ob der Treibstoff Uran oder Thorium ist, ob er fest oder flüssig ist, diese Charakteristiken alleine werden unausweichlich die Achilles-Ferse jedes Atomreaktors sein.“
(Zitat aus The Ecologist)

„Auch wenn die Thorium-Technologie sich bis zu dem Punkt weiterentwickeln würde, wo sie kommerziell nutzbar ist, würde sie die selben Probleme aufzeigen wie konventionelle Atomkraft: Sie ist nicht erneuerbar oder nachhaltig und kann nicht effektiv an Smart-Grids angebunden werden. Die Technologie ist nicht getestet und keiner der hauptsächlichen Player interessiert. Thorium Reaktoren sind nichts mehr als eine Ablenkung.“
(Zitat aus The Guardian)

zum weiterlesen:
=> The Ecologist (26.3.2014): Exposing the thorium myth
=> The Guardian (23.6.2011): Don‘t believe the spin on thorium being a greener nuclear option
=> Greenpeace (24.3.2014): The mythologies of thorium and uranium
=> Union of Concerned Scientists: Statement on Thorium-fueled Reactors.
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siehe zum Thema auch => „Thorium – Atomkraft ohne Risiko?“ Alte Lügen – neu verpackt bei ARTE . . . 24. September 2016 . . . AAE
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Klaus der Geiger & Salossi
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