Archiv der Kategorie 'EnBW'

AKW Neckarwestheim: Rissige Rohre, dennoch ans Netz gegangen!

Untersuchungen im AKW Neckarwestheim‑2 haben im September 2018 zum wiederholten Mal Schäden in den Dampferzeugern aufgedeckt. Mehr als hundert Rohre weisen zum Teil tiefgehende Risse auf. Experten warnen, dass ein Bruch der Rohre einen Störfall bis hin zur Kernschmelze auslösen könnte. Trotzdem ließ das Umweltministerium in Stuttgart den Reaktor am 07. November 2018 wieder ans Netz. . . . weiterlesen bei => www.ausgestrahlt.de
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AKW Neckarwestheim: Reaktorsicherheitsexperte warnt vor auslegungsüberschreitendem Störfall aufgrund rissiger Rohre

• .ausgestrahlt veröffentlicht Expertise zum Risiko von Dampferzeuger-Heizrohrbrüchen

• Gefährliches „Bypass-Ereignis“ mit Freisetzung
radioaktiver Stoffe und Kernschmelze möglich

• Baden-Württembergs Umweltminister Untersteller darf AKW Neckarwestheim nicht ans Netz lassen

Im AKW Neckarwestheim‑2 sind mehr als 100 Rohre in den Dampferzeugern von Rissen durchzogen. Ursache ist die besonders gefährliche Spannungsrisskorrosion. Die Risse können zum gleichzeitigen Bruch mehrerer Rohre führen.
Risiken und Folgen eines solchen auslegungsüberschreitenden Störfalls hat der unabhängige Reaktorsicherheitsexperte Prof. Dr.‑Ing. habil. Manfred Mertins in einer Stellungnahme für die Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt beschrieben. Hierzu erklärt Matthias Weyland von .ausgestrahlt:

„Die im AKW Neckarwestheim‑2 entdeckten Risse sind irgendwann in den vergangenen vier Jahren entstanden und mit unbekannter Geschwindigkeit gewachsen. Weder EnBW noch die Atomaufsicht wissen, wann und wie schnell die Risse bis zu 91 Prozent der Wanddicke durchdringen konnten. Sie können deshalb auch nicht ausschließen, dass sich in den kommenden Monaten erneut gefährliche Risse bilden, die unter Umständen sehr schnell wachsen.

Schon der Bruch eines einzigen der mehr als 16.000 Heizrohre in den Dampferzeugern ist ein gefährlicher Störfall, der zur Freisetzung von Radioaktivität führen kann. Umweltminister Untersteller (Grüne) darf einen solchen Störfall nicht billigend in Kauf nehmen.

Die Expertise zeigt zudem, dass insbesondere bei vorgeschädigten Rohren eine erhebliche Gefahr gefährlicher Folgeschäden besteht: Das erste beschädigte Rohr kann weitere benachbarte Rohre zerstören. Der Störfall würde damit auslegungsüberschreitend. Zudem könnte er sich zu einem der gefürchteten ‚Bypass-Ereignisse‘ entwickeln, bei denen radioaktives Wasser aus dem Reaktorkern ungehindert in die Umwelt gelangen und der Reaktorkern nicht mehr ausreichend gekühlt werden kann. Im schlimmsten Fall droht dann eine Kernschmelze.

Das AKW Neckarwestheim‑2 ist in den vergangenen Jahren nur knapp am Durchriss eines oder gar mehrerer Heizrohre vorbeigeschrammt. Weder EnBW noch die Atomaufsicht haben bemerkt, wie Risse Rohrwände fast komplett durchdrungen haben. Es kann nicht sein, dass EnBW nun einfach ein paar beschädigte Rohre verstopft und den Reaktor wieder in Betrieb nimmt.

Solange das Auftreten weiterer schnell wachsender Risse (‚Spannungsrisskorrosion‘) in den Dampferzeugern nicht hundertprozentig ausgeschlossen ist, darf Umweltminister Untersteller keine Wiederanfahrgenehmigung für den Reaktor erteilen. Die Sicherheit der Bevölkerung muss Vorrang haben vor den Profitinteressen von EnBW.“
(PM)
Die fachliche Stellungnahme von Prof. Dr.-Ing. Manfred Mertins kannst Du => hier lesen und herunterladen (pdf)
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weitere Infos bei => .ausgestrahlt: Fragen und Antworten zur Korrosion der Dampferzeuger-Heizrohre im AKW Neckarwestheim‑2 und zu den möglichen Folgen eines Dampferzeuger-Heizrohrlecks.
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Nächtliche Projektion auf das AKW Neckarwestheim

Anti-Atom-Aktivisten kritisieren gefährliche Flickschusterei am Reaktor • EnBW darf Sicherheit der Bevölkerung nicht weiter aufs Spiel setzen

„Wir flicken bis zum Super-GAU – EnBW“ war heute Nacht (25./26.10.) in großen Lettern auf der Reaktorkuppel des AKW Neckarwestheim‑2 zu lesen.

Hierzu erklären Matthias Weyland von der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt und Franz Wagner von der AG Atomerbe Neckarwestheim:

„EnBW hat bereits vor einem Jahr mehr als 30 beschädigte Rohre in einem von vier Dampferzeugern des AKW Neckarwestheim‑2 entdeckt. Entgegen aller Vorsicht verzichtete der Konzern damals darauf, auch die Rohre in den übrigen Dampferzeugern zu überprüfen. Stattdessen nahm er den Reaktor wieder in Betrieb und ließ ihn ein ganzes Jahr weiterlaufen. Das ist ein unverantwortliches Vabanquespiel mit der Sicherheit der Bevölkerung im Großraum Stuttgart.

Schon der Abriss eines einzigen Heizrohrs in einem der Dampferzeuger ist ein komplizierter Kühlmittelverluststörfall und darf nach geltendem Recht nicht billigend in Kauf genommen werden. Reißt mehr als ein Rohr, ist der Störfall auslegungsüberschreitend: Das AKW kann diesen nicht mehr sicher beherrschen.

Bei den in diesem Jahr angeordneten Überprüfungen aller Dampferzeuger stellte sich heraus, dass nicht nur Rohre, die bereits 2017 beschädigt waren, weiter korrodiert sind, sondern dass daneben mehr als 100 Rohre bisher unbekannte Risse aufweisen. Diese um die Rohre herum verlaufenden Risse haben nach Angaben des Umweltministeriums zum Teil schon bis zu 91 Prozent der Rohrwand durchdrungen. Mutmaßliche Ursache der Risse ist nach Aussage des Ministeriums Spannungsrisskorrosion. Das bedeutet, dass die Risse urplötzlich entstehen und unvorhersehbar weiterreißen können.

Einfach die etwas stärker beschädigten Rohre zu verschließen – wie schon vor einem Jahr – und ansonsten darauf zu hoffen, dass bis zur nächsten Überprüfung nichts passieren wird, ist ein waghalsiger Blindflug. Das AKW Neckarwestheim‑2 ist fast 30 Jahre in Betrieb, das Material entsprechend ermüdet. Weitere gefährliche Risse sind zu erwarten. Daran kann auch die andauernde Flickschusterei an den Rohren nichts ändern. EnBW sollte diesen Tatsachen endlich ins Auge sehen und die einzig richtige Konsequenz ziehen: den Reaktor dauerhaft abzuschalten – bevor es noch zu einem ernsten Unfall kommt.“
(Text: PM; Fotos: Stefan Mayer)
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Abseilaktion gegen CASTOR-Transport auf dem Neckar

Atommüll verhindern statt verschieben


Aus Protest gegen den zurzeit laufenden CASTOR-Transport per Schiff auf dem Neckar haben sich heute vier Kletteraktivist*innen von der Straßenbrücke in Bad Wimpfen (nördlich von Heilbronn, Flusskilometer 100,14) abgeseilt. Dort spannten sie ein Transparent mit der Aufschrift: „Verhindern statt verschieben!“

Das Schiff Lastdrager 40 hat drei CASTOR-Behälter mit hochradioaktiven, abgebrannten Brennelementen aus dem stillgelegten AKW Obrigheim des Energiekonzerns EnBW geladen. Es ist seit heute früh gegen 6 Uhr auf dem Weg ins Zwischenlager am AKW Neckarwestheim.

Die Umweltschützer*innen unterstützen mit ihrer Kletteraktion die Demonstration des Bündnisses Neckar castorfrei, die heute Morgen am Bahnhof in Heilbronn gestartet ist. . . . weiterlesen bei => www.robinwood.de
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(Aktualisierung vom 29.06.2017)
siehe auch => Vermeiden statt verschieben – Aktivist*innen seilen sich vorm CASTOR ab . . . Par eichhörnchen le jeudi 29 juin 2017
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Castor-Transporte auf dem Neckar rücken näher

Transportschiff eingetroffen – Probefahrt geplant – holpriger Start – Proteste vorbereitet

Die von der Energie Baden-Württemberg (EnBW) geplanten Castor-Transporte per Schiff auf dem Neckar von Obrigheim nach Neckarwestheim rücken näher. Am gestrigen Dienstag ist der Schubverband in der Region eingetroffen, mit dem in insgesamt fünf Fahrten 15 Castor-Behälter mit hochradioaktivem Atommüll aus dem abgeschalteten AKW Obrigheim zum Zwischenlager am AKW Neckarwestheim gebracht werden sollen.

Die Transportstrecke ist etwa 50 Kilometer lang und führt durch insgesamt sechs Schleusen und durch den dicht besiedelten Großraum Heilbronn. Es wären die ersten Castor-Fuhren in Deutschland seit dem letzten Gorleben-Transport im Jahr 2011 . . . . . . => weiterlesen bei .ausgestrahlt

(PM von .ausgestrahlt vom 22.2.2017)
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Kampagne: Keine Castor-Transporte auf dem Neckar!

2017 sollen mit insgesamt fünf Transporten auf dem Neckar 15 Castor-Behälter mit hochradioaktivem Atommüll aus dem AKW Obrigheim nach Neckarwestheim gebracht werden.

Das Gestein unter dem Atommüll-Lagertunnel in Neckarwestheim ist porös und voller Hohlräume, und direkt daneben läuft noch ein riskantes AKW – ein denkbar schlechter Platz für so stark strahlende Stoffe. Die Transporte selbst sind unnötig und gefährlich. Besser wäre es, in Obrigheim eine robuste Lagerhalle für die Behälter zu bauen.

Mach mit und unterzeichne die Erklärung:
Keine Castor-Transporte von Obrigheim nach Neckarwestheim!
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=> Dies ist eine gemeinsame Aktion von .ausgestrahlt mit dem Bündnis Neckar castorfrei. Weitere Informationen zu den geplanten Transporten und Aktionen findest Du dort.
(Text: .ausgestrahlt)
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Atomkraft: Sicher ist nur das Risiko

(Text von Jan Becker für .ausgestrahlt-Blog; 24.11.2016)
• In zahlreichen Atomkraftwerken wird Notkühlwasser vorgeheizt, damit im Ernstfall die Reaktorbehälter nicht bersten.
• In der Schweiz gibt es einen „weltweiten Negativrekord“ wegen Oxydationsproblemen.
• In Gorleben rosten Atommüllfässer, Neckarwestheim meldet gleich zwei Störfälle.
• In Belgien wurden Sicherheitsdokumente im Internet veröffentlicht, möglicherweise muss die betroffene Anlage vom Netz.

In vielen Atomkraftwerken wird das Wasser zur Notkühlung der Reaktorkerne vorgeheizt, weil die Betreiber befürchten, dass es bei einer Flutung des Reaktors mit kaltem Wasser zu irreparablen Schäden bis hin zum Bersten des Behälters kommen kann. . . . => weiterlesen bei www.ausgestrahlt.de/blog
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Gefahren durch Atomkraftwerke enden nicht mit der Abschaltung

Mit dem Positionspapier „Abschaltung, Stilllegung und Rückbau von Atomkraftwerken” fordern 76 Umweltverbände, Initiativen und AntiAtom-Gruppen aus dem gesamten Bundesgebiet höchste Sicherheitsanforderungen und umfassende Öffentlichkeitsbeteiligung bei Stilllegungen sowie die mittelfristige Lagerung sämtlicher radioaktiver Altlasten vor Ort.

Über die weiterhin zentrale Forderung der Anti-Atom-Bewegung nach sofortigem Ende der Strom- und Atommüllproduktion durch Atomkraftwerke hinaus, werden nun mit dem Papier konkrete Forderungen für bereits abgeschaltete Kraftwerke erhoben. Diese wurden mit den Erfahrungen aus laufenden Stilllegungs- und Rückbauverfahren und dem Fachwissen von Expertinnen und Experten im Rahmen von Atommüllkonferenzen erarbeitet.
Die Konferenzen sind ein freier Zusammenschluss von Umweltverbänden, Bürgerinitiativen und Anti-Atom-Gruppen. Sie finden halbjährlich statt.

Nach Abschaltung von nunmehr neun Atomkraftwerken infolge der Fukushima-Katastrophe 2011, bergen die jeweiligen Stilllegungsverfahren und Rückbaupläne großes Konfliktpotential. Laufende Verfahren lassen weder von Betreiberseite noch von der Politik ein ernsthaftes Interesse erkennen, die Sicherheit der Bevölkerung in den Vordergrund zu stellen.
Während die Energieunternehmen eine möglichst kostengünstige Lösung anstreben, würden Lokalpolitiker ihre Atomruine so schnell wie möglich in eine „Grüne Wiese“ verwandeln. Sie sind bestrebt, die Verfahren zu beschleunigen und haben dabei nicht unbedingt immer die Sicherheit im Blick.
• Beim Stilllegungs- und Abbauverfahren von Biblis A und B übten Bürgerinitiativen massive Kritik an Betreiber und Landesbehörden: „Die von RWE offengelegten Unterlagen haben sich als absolut unzureichend und unvollständig erwiesen, um die vom Abriss ausgehenden gesundheitlichen Risiken und Gefahren zu beurteilen.”
• An anderen Standorten wie z.B. Neckarwestheim und Brunsbüttel zeigen sich auffällige Parallelen.
• Beim AKW Obrigheim wurden Rückbaumaßnahmen eingeleitet trotz großer Sicherheitsbedenken aufgrund abgebrannter hochradioaktive Brennelemente, die in einem Nasslager innerhalb der Anlage liegen.

Anbei liegt das Positionspapier* mit den Themenkomplexen Unumkehrbarkeit der Abschaltung, Öffentlichkeitsbeteiligung, Abwägung von sofortigem Rückbau und sogenanntem Einschluss, Sicherheitsanforderungen, Strahlungsrisiken, Atomtransporte, „Freimessungen” und Sicherung der Finanzierung.

Die nächste Atommüllkonferenz findet am Samstag, 19.9.2015 in 34117 Kassel statt.
11– 17 Uhr, Volkshochschule Kassel, Wilhelmshöher Allee 19-21

Ein Symposium in Hannover behandelt am 23.10.2015 das Thema Atommüllrecht.
(PM von Atommüllkonferenz vom 7.9.2015)
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* hier => das Positionspapier „Abschaltung, Stilllegung und Rückbau von Atomkraftwerken” als pdf
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=> Atommüllkonferenz
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hier der => Atommüll-Report
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60.000 Menschen, 45 km Menschenkette

(Fotos: chw; zum vergrößern bitte anklicken!)

Es war ein beeindruckendes Zeichen gegen Atompolitrics,
für sofortiges Abschalten:

60.000 Menschen nahmen den Atomausstieg in die Hand, schlossen eine 45 km lange Menschenkette zwischen dem AKW Neckarwestheim und Stuttgart.
Eine starke Demonstration, geprägt von einer Mischung aus Entsetzen und Besorgnis über die Katastrophe in Japan und buntem, starken Protest.

Nach der Ankunft in Stuttgart veranstalteten AntiAtom-Bonn und AntiAtom-Euskirchen einen kleinen, spontanen Zug in die Stuttgarter Innenstadt.
Musikalisch unterstützt von Klaus dem Geiger gedachten wir der Opfer der Katastrophe in Japan und warben noch für die Menschenkette.
Dann ging´s für uns nach Biesigheim, von dort heraus in die Landschaft.
Mehrere Busse (u.a. aus Koblenz; Grüße an „Onko“) und eine Gruppe von MC Kuhle Wampe kamen an, die Menschen verteilten sich über die Strecke und reihten sich ein.
Unterhalten von Klaus dem Geiger schloss sich die Kette, bald kamen die Meldungen über die Teilnehmerzahl und das erfolgreiche Schließen der Kette.
Ein Riesenerfolg, ein starkes Zeichen der Anti-Atom-Bewegung.
Auch die Abschlusskundgebung mit Reden und Musik war beeindruckend.
Musikalisch unterstützten hier u.a. „La Papa Verde“ aus Köln und Hans Söllner & Band und sprachen musikalisch und textlich wie schon vorher Klaus vielen Menschen aus dem Herzen und spielten sich in diese.

Vor der Rückfahrt nach Köln blieb noch genug Zeit, den Besetzern im Schlossgarten einen Besuch abzustatten.
Die dortige Volxküche stärkte uns dann für die Rückfahrt im Sonderzug.
Im Partywagen klang dann bei Musik und ersten Bildern ein eindrucksvolles Wochenende aus.

Mehr Bilder (chw/AntiAtomEuskirchen; (Text-)Bilder zum Vergrößern bitte anklicken!) der Demo gibt´s hier (bitte anklicken): (mehr…)

Eindrucksvolle AntiAtom-Demo in Euskirchen

(Fotos: chw; zum vergrößern bitte anklicken!)

Rund 100 AtomkraftgegnerInnen demonstrierten am Samstag, 26.2.11 in Euskirchen mit einer Menschenkette zwischen einem symbolischen AKW und einem Ortsschild „Atomhauptstadt Stuttgart“ gegen die aktuelle Atompolitik und warben für die Beteiligung an der großen Menschenkette am 12. März zwischen dem Atomkraftwerk Neckarwestheim und Stuttgart.

Anti-Atom-Kette am 12.03.2011 Zu der rund 45 Kilometer langen Anti-Atom-Kette in Baden-Württemberg werden zehntausende Menschen aus dem ganzen Bundesgebiet erwartet. Mitfahrgelegenheit gibt´s (u.a.) im Sonderzug mit vielen Gleichgesinnten, Kultur und Infos, der auch in Köln und Bonn hält. Ticket buchen? Bitte hier anklicken!.

Die Aktion in Euskirchen wurde von AntiAtom-Euskirchen organisiert, unterstützt von ART-Eifel mit u.a. einer Volxküche, die vegane „Atomsuppe“ und essbare AKWs bot. Im Gegensatz zu den Originalen sehr bekömmlich und lecker.
Sie war Teil eines bundesweiten Aktionstags in 45 Städten.
Bundesweit gingen über 10.000 Menschen gegen die aktuelle Atompolitik auf die Straße.
Auch Klaus der Geiger & Sascha, die klar ihre Meinung textlich und musikalisch zum Ausdruck brachten, und ebenso wie alle TeilnehmerInnen sichtlichen und hörbaren Spaß dran hatten, unterstützten die Demo.
Musikalisch stark, mit passenden, kritischen Liedern, unterhielten sie die Menschen bestens, gingen die Menschenkette auf und ab und führten sie vom Ende der Kette am Stuttgartschild im „U-Turn“ wieder zurück zum Infostand und Kundgebungsort.

Am 12. März wird ein breites Bündnis von Organisationen gegen die Atompolitik der Bundesregierung protestieren, die von der baden-württembergischen Landesregierung unter Ministerpräsident Mappus massiv unterstützt wurde. Von einer künftigen Landesregierung verlangen sie, den Stromkonzern EnBW mit harten Sicherheitsauflagen zur Abschaltung seiner Atommeiler zu zwingen.
„Zehntausende BürgerInnen werden sich am 12. März die Hand zum Protest gegen den schwarz-gelben Atom-Deal reichen. Baden-Württemberg kommt für die künftige Atompolitik in Deutschland eine Schlüsselrolle zu. Eine neue Landesregierung kann als oberste Atomaufsichtsbehörde und Miteigentümerin des Betreiberkonzerns EnBW über den Weiterbetrieb der vier badenwürttembergischen AKW entscheiden“, sagte Christoph Weise von AntiAtom- Euskirchen.
„Kein Atomkraftwerk erfüllt den heutigen Stand von Wissenschaft und Technik. Deshalb fordern wir die künftige Landesregierung in Baden-Württemberg auf, mit gutem Beispiel voranzugehen und mit harten Sicherheitsauflagen für die Abschaltung der Atommeiler zu sorgen.“
Auch die örtlichen MdBs D. Seif (CDU), vor dessen Wahlkreisbüro auf einem Platz in der Euskirchener Innenstadt die Kundgebung stattfand, und G. Molitor (FDP), wurden angesprochen.
Chris Weise: „Aber wir stehen hier auch bewusst vor dem Wahlkreisbüro von Detlev Seif, MdB, CDU. Er, sowie Gabriele Molitor von der FDP, ebenfalls Bundestagsabgeordnete in unserem Wahlkreis haben für die Laufzeitenverlängerung, für eine weitere Produktion von Unmengen Atommüll, für den es weltweit keine sog. sichere Lagerungsstätte gibt, und für die risikoreiche, unverantwortliche Weiternutzung von hochrisikoreichen Atomkraftwerken gestimmt.
Beide stimmten für Milliarden-Gewinne für die Atomkonzerne (auch RWE), trotz Risiken und zu Lasten der Menschen hier und weltweit.
… Im November, kurz nach der Podiumsdiskussion in Euskirchen zur anstehenden Entscheidung über die Laufzeitenverlängerung, bekam er eine Anfrage, einen Brief mit Fragen zu seiner Entscheidung in dieser Frage von einer besorgten und kritischen Euskirchener Bürgerin.
Am 24.Februar, also vor zwei Tagen, bequemte sich Herr Seif, bzw. sein Büro, zu antworten.
Bei seiner Abstimmung war er schneller, verließ sich auf Gutachter, die teilweise direkt aus der Atomindustrie kamen bzw. kommen, und stimmte für die Laufzeitenverlängerung.
Eines seiner Argumente ist immer wieder der billig produzierte Strom. Vor allem in abgeschriebenen AKWs.
Ja, die sind aber nur für die Betreiber billig. Die Kosten und Risiken tragen wir alle. …
Laut einer Greenpeace-Studie wird jede Kilowattstunde Atomstrom mit 4,3 Cent aus Steuergeldern subventioniert. Seit 1950 sollen sich die Kosten auf 204 Mrd. Euro belaufen. Zukünftig kämen noch einmal 100 Mrd. Euro dazu, die beschlossene Laufzeitenverlängerung noch gar nicht eingerechnet!
Das nennen Frau Molitor und Herr Seif sozial.
Und menschliches Leid infolge der Verstrahlung und möglicher Unfälle lässt sich ja wohl schon gar nicht in Euros berechnen, begleichen, ausdrücken.
Aber: Bei den Armen sparen, feilschen um jeden Cent, den Reichen Geschenke in Milliardenhöhe machen.

Wir fordern ganz klar:
Stoppt diese menschenverachtende unverantwortliche Politik.
Gegen eine Atom–Lobby–hörige Politik.
Gegen diese Klientel–Politik zu Lasten der meisten Menschen.
Für eine sozialverträgliche, Menschen- und Umwelt-freundliche Politik!
Und dafür werden wir kämpfen!
Atomkraft? Nein Danke!

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Mehr Bilder (chw/AntiAtomEuskirchen; (Text-)Bilder zum Vergrößern bitte anklicken!) der Demo gibt´s hier (bitte anklicken): (mehr…)