Archiv für September 2016

R.I.P. Willi Hesters

Trauer um Willi Hesters

Die Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland und auch weit darüber hinaus trauern um Willi Hesters.

Der Sprecher des Aktionsbündnisses Münsterland gegen Atomanlagen ist am 26. September 2016 im Alter von nur 61 Jahren gestorben.
Das innige Mitgefühl der Initiativen gilt seiner Frau und den Familienangehörigen.

Willi Hesters setzte sich seit vielen Jahren im Münsterland und anderswo unermüdlich für eine sichere Energieversorgung ohne Atomkraftwerke und Uranfabriken ein. Immer wieder setzte er Zeichen und vermittelte, dass die Zukunft mit kleinen und großen Schritten positiv gestaltet werden kann. Er war für viele Menschen in seinem Umfeld ein großes Vorbild und verlässlicher Partner, da er sich unermüdlich für die Dinge die ihm wichtig waren eingesetzt hat, ohne sich selbst in den Vordergrund zu stellen. Seine ganze Kraft hat er in die ehrenamtliche politische und soziale Arbeit gesteckt. Mit seinem Optimismus motivierte er immer wieder Menschen, sich für eine friedliche Welt zu engagieren. Selber war er auch in der Flüchtlingshilfe sehr aktiv und unterstützte vor Ort Flüchtlinge.
Wenn es mehr Menschen wie Willi Hesters gäbe, dann sähe die Welt schon etwas besser aus.

Im Münsterland hat sich Willi Hesters besonders gegen die Urananreicherungsanlage in Gronau, gegen das Atommüll-Lager in Ahaus und gegen die mit den Anlagen verbundenen Uran- und Atommüll-Transporte engagiert. Seine Aktivitäten führten ihn dabei auch bis nach Russland. Dort unterstützte er die Proteste russischer Umweltorganisationen gegen Uranmülltransporte von Gronau nach Russland.
Willi Hesters hat dabei einen wichtigen Beitrag zur Beendigung dieser gefährlichen Transporte geleistet. Zudem hatte er durch seine Arbeit großen Anteil daran, dass Atommülltransporte von Ahaus nach Russland verhindert werden konnten.
Bis kurz vor seinen plötzlichen Tod hat er an der Planung einer Demonstration gegen Atomanlagen und Atomtransporte mitgewirkt, die am 29. Oktober in Lingen stattfinden wird.

Die Anti-Atomkraft-Initiativen werden Willi Hesters nicht vergessen und werden sich in seinem Sinne weiter für ein Leben ohne Atomanlagen, ohne Kriege und für internationale Völkerverständigung einsetzen.

An der Abschiedsfeier mit Urnenbeisetzung können alle Menschen, die Willi Hesters kannten, teilnehmen:
Freitag, 7. Oktober, 15.30 Uhr,
Friedhof Nordwalder Straße, Emsdetten.
(PM)
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Polizei beendet Anti-Atom-Demo am AKW Tihange gewaltsam

Es sollte ein spektakuläre aber friedliche Aktion gegen das Atomkraftwerk Tihange werden.
Anti-Atom Aktivisten aus Aachen wollten ihren Protest am Dienstagabend (27.09.2016) mit Laserlicht auf die Kühlturme projizieren.
Doch dann kam die belgische Polizei und beendete die Aktion.
Mit Gewalt,
wie Teilnehmer*innen berichten. . . .
. . . => weiterlesen bei www1.wdr.de
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Bundesweite Unterstützung für Westcastor-Resolution: Keine Castortransporte von Jülich nach Ahaus!

Neubau eines möglichst sicheren Zwischenlagers in Jülich gefordert

Am vergangenen Wochenende (24. September 2016) wurde auf der bundesweiten Atommüllkonferenz in Göttingen die Westcastor-Resolution vorgestellt und inzwischen von 36 Initiativen, Umweltverbänden und Parteien unterzeichnet. Darin fordern sie den Stopp der Transportpläne für 152 Castoren aus dem Forschungszentrum Jülich in das Zwischenlager Ahaus und deren Export in die USA. Aus Sicht der Atomkraftgegner entbehren diese Pläne jeglicher Verantwortung und Weitsicht.
Weitere Unterzeichner für die Westcastor-Resolution werden auf www.sofa-ms.de gesammelt.

Verantwortung statt
„Verschiebetaktik“

Mit der Resolution wenden sich die Atomkraftgegner*innen nun an die Verantwortlichen aus Bundesfinanz- und Bundesumweltministerium, NRW-Wirtschafts-, Wissenschafts- und Umweltministerium und nicht zuletzt an die Besitzer des Atommülls, die Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN). Diese sollen gemeinsam und verantwortungsvoll die einzig tragbare Lösung für das Atommüllproblem vorantreiben, nämlich den Neubau eines möglichst sicheren Zwischenlagers in Jülich. Eine solche Option wird zwar von den Verantwortlichen immer wieder als eine von drei möglichen Lösungen dargestellt, aber faktisch nicht in Angriff genommen. Stattdessen schieben sich die Ministerien auf Nachfragen immer gegenseitig „den schwarzen Peter zu“.

Transport nach Ahaus führt in eine „Sackgasse“

Die Ahaus-Option, die derzeit mit Nachdruck vorangetrieben wird, trifft auf scharfe Kritik der Anti-Atom-Aktivisten: Ein solcher Transport verstößt gegen den rot-grünen NRW-Koalitionsvertrag, demzufolge der Jülicher Atommüll nur noch ein einziges Mal, nämlich in ein Endlager, transportiert werden soll.
Zudem zeugt diese Option von einem Mangel an Weitsicht, denn das Ahauser Lager bietet keine Langzeitperspektive, sondern ermöglicht nur eine Verschiebung des Problems. Einen umfassenden Schutz, zum Beispiel vor Flugzeugabstürzen bieten derzeit weder das Ahauser, noch das Jülicher Zwischenlager.
Gerade die fehlende Langzeitperspektive gewinnt aber zunehmend an Brisanz, wie auch auf der Atommüllkonferenz in Göttingen deutlich wurde. Die Suche nach einem Endlager wird frühestens in 40 bis 60 Jahren zu einem Ziel führen. Ob die Castoren noch so lange halten ist fraglich.
Hierzu Hartmut Liebermann von der Bürgerinitiative Kein Atommüll in Ahaus e.V.: „Damit führt ein Transport nach Ahaus in eine unverantwortliche Sackgasse. Hier gibt es keine Reparaturmöglichkeit und auch die Genehmigung des Lagers läuft im Jahr 2036 aus. Es droht in wenigen Jahren ein weiterer Atommüllnotstand. Besser man baut jetzt in Jülich ein neues Lager.“

Ahaus-Option nur Zeitgewinn für USA-Export?

Bei der dritten Option, ein Export des Atommülls in die USA, wird derzeit gezielt versucht, den Eindruck zu erwecken, dass diese in den Hintergrund getreten ist. Deswegen bleiben die Atomkraftgegner wachsam.
Marita Boslar vom Aktionsbündnis Stop Westcastor: „Vielleicht soll die Ahaus-Option Zeit schaffen, um die juristischen Hürden für den Export aus dem Weg zu räumen, denn es fließt offensichtlich noch eine Menge Geld aus dem Bundes- und NRW-Landeshaushalt in die USA, um dort die nötigen Forschungsarbeiten zur Annahme und Aufbereitung des Jülicher Atommülls zu finanzieren.“
(PM)
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Westcastor-Resolution

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Wenn ihr die Westcastor-Resolution mit eurer Gruppe/ eurem Verband oder eurer Partei unterzeichnen wollt, meldet Euch bitte mit dem Betreff „Westcastor-Resolution“ unter info[at]sofa-ms.de

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Jülicher „Nachbarschaftsdialog“ des FZJ

Auszug aus => Nachbarschaftsdialog
• 4. Sitzung am 29.04.2016 • Ergebnis-Protokoll

. . . Im Anschluss an die Präsentation bestand die Möglichkeit, Fragen an Hr. Printz zu richten. Die Teilnehmenden, insbesondere Frau Boslar, nutzten die Gelegenheit, um sich über den aktuellen Stand rund um den weiteren Umgang mit den AVR-Brennelementen und die hierfür in Frage kommenden Optionen zu informieren.

1. Frage Frau Boslar: Das Department of Energy (DOE) würde erst mit dem Einsatz einer Prototypanlage zur Wiederaufbereitung einer Kugelwiederaufbereitung eine Entscheidung über eine Kugelannahme in die USA treffen. Gemäß der mittlerweile vorliegenden Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) würde das Planen, Bauen und der Betrieb einer Prototypanlage mindestens 5 Jahre umfassen. Wie realistisch wird mit diesem Hintergrund ein Export in die USA eingeschätzt?

Die JEN führt aus: • Das „Department of Energy“ ist unter bestimmten Voraussetzungen bereit, die Kugeln aus Deutschland anzunehmen.
• Eine wesentliche Voraussetzung ist die Erreichung des „Technical Readiness Levels“ (TRL) 6 (Technologiereifegrad) für den Behandlungsprozess. Dafür setzen die US-amerikanischen Partner einen Zeitraum von mindestens einem Jahr an. Ein von den Amerikanern entwickeltes Auflösungsverfahren von Graphit, um die Kugeln nach der Annahme weiterverarbeiten zu können, wurde mittlerweile bis zu einem Technischen Reifegrad 4 erarbeitet. Die Angabe von fünf Jahren ist der JEN nicht bekannt und kann demnach nicht bestätigt werden.
• Grundvoraussetzung zur Annahme der Kugeln ist auch der positive Abschluss der UVP, das Verfahren ist formal noch nicht abgeschlossen. Das DOE geht davon aus, dass das Verfahren formell im Juni seinen Abschluss findet.
• Momentan wertet das DOE die 70 Einwendungen zum UVP-Gutachten aus, die aber keine gänzlich neuen Aspekte beinhalten.

2. Frage Frau Boslar: Sind die 70 Einwendungen lediglich von amerikanischer Seite oder auch von deutscher Seite?

Die JEN führt aus: • Es sind neben den amerikanischen Einwendungen auch Einwendungen aus Deutschland eingegangen.

3. Frage Frau Boslar: Die Endlagerkommission des Bundestages hält in dem Entwurf ihres Endberichtes den Export der AVR-Castoren für unverantwortlich. Wie beziehen die JEN und das Forschungszentrum dazu Stellung?

Die JEN führt aus: • Die JEN kann ihr Handeln nicht auf Empfehlungen ausrichten, sondern muss auf Grundlage der gültigen Gesetze und zugehörigen Vorschriften handeln. Um der Räumungsanordnung nach § 19 Abs. 3 ATG zu entsprechen, bestehen mehrere Möglichkeiten, welche die JEN ausführlich überprüft: Die Verbringung der Brennelemente in die USA, die Verbringung nach Ahaus sowie ein möglicher Neubau am Standort Jülich.

4. Frage Frau Boslar: Die US-Sicherheitsbehörde „National Security Agency“ (NSA) hält den Atommüll aus Sicht der Atomwaffenverbreitung für recht harmlos und sieht aus diesem Grund nicht die Notwendigkeit, die Brennelemente in die USA zu verbringen. Werden das Forschungszentrum und die JEN ihre früheren anderslautenden Aussagen, in denen evtl. Terroristen angelockt wurden, korrigieren?

Die JEN führt aus: • Im Rahmen des Programms der „Nuclear Non-Proliferation“, auf Deutsch „Nukleare Nichtverbreitung“, ist es vorgesehen, weltweit hochangereicherte Kernbrennstoffe in das Land zurückzuholen, aus dem die Stoffe ursprünglich stammen. Welche Punkte für einen Terroristen interessant sein könnten, kann die JEN nicht beurteilen.

5. Frage Frau Boslar: Aus den AVR-Brennelementen in den 152 Castoren wurden 1,5 Milliarden Kilowattstunden Strom für das Netz erzeugt. Dies deckt bei weitem nicht den durchschnittlichen Jahresverbrauch von 600 Milliarden Kilowattstunden Strom in Deutschland. Warum haben die in Jülich entwickelten Kugelhaufenreaktoren so große Mengen an Atommüll produziert? Im Verhältnis besteht ein 50ig-faches Atommüll-Volumen gegenüber Leichtwasserreaktoren.

Die JEN führt aus: • Beide Reaktortypen lassen sich nicht miteinander vergleichen.
• Der AVR sollte zeigen, dass das Prinzip des Kugelhaufenreaktors funktioniert und Strom erzeugt werden kann, war jedoch nicht darauf ausgelegt, mit dem produzierten Strom auch eine nennenswerte Kostendeckung zu erzielen.
• In der Anlage wurden auch verschiedene Brennelement-Typen untersucht, von denen einige nur mäßige bzw. unzureichende Betriebseigenschaften aufwiesen. Die mangelhafte Rückhalteeigenschaft einzelner BE-Typen hat auch dazu geführt, dass der Primärkreis hoch kontaminiert wurde. Neben der geringen Leistungsdichte des Reaktortyps wirken sich diese Kontaminationen auch auf die anfallende Abfallmenge aus.

6. Frage Frau Boslar: Die AVR-Brennelemente bestehen überwiegend aus Graphit, die ebenfalls in Tschernobyl Verwendung fanden und bei einem Unfall vor 30 Jahren brannten. Ein Endlager in Deutschland wird keine brennbaren Elemente wie die AVR-Kugeln in der Form annehmen. Was wurde unternommen, um die Brennelemente in einen dauerhaften stabilen Zustand zu verbringen, damit sie überhaupt endlagerfähig werden? Bringen diese Brennelemente ein viel größeres Problem der Endlagerung mit sich, als die normalen Elemente? Ist dies vielleicht der Hauptgrund dafür, sie in die USA schaffen zu wollen?

Die JEN führt aus: • Graphit ist nicht gleich Graphit.
• Der hier verwendete Graphit ist herstellungsbedingt praktisch nicht brennbar bzw. nur schwer entflammbar.
• Grundsätzlich besteht zwar die Möglichkeit, die graphitischen Kugeln zu oxidieren. Um dies aber in nennenswertem Umfang zu erreichen, müsste die Oxidation mit reinem Sauerstoff erfolgen, der in der Natur nicht vorkommt.
• Das Verbrennen der Kugeln in der normalen Atmosphäre ist praktisch auszuschließen.

7. Frage Frau Boslar: Das Bundesamt für Strahlenschutz (BFS) wartet seit zwei Jahren auf einen Antrag zu Errichtung eines sicheren Zwischenlagers in Jülich. Wie die Atomaufsicht in Düsseldorf bestätigte, bestehen keine grundsätzlichen Hindernisse für einen Bau eines sicheren Zwischenlagers in Jülich. Die unzureichende Auslegung des aktuellen Lagers zur Erdbebensicherung ließe sich durch den Neubau eines Zwischenlagers leicht beseitigen. Wieso verzögert Jülich die einzig sinnvolle langfristige Lösung eines sicheren Neubaus in Jülich? Das Zwischenlager in Ahaus besitzt nur eine Genehmigung bis 2036, somit handelt es sich bei dieser Variante um keine langfristige Variante.

Die JEN führt aus: • Grundsätzlich werden Zwischenlager für Kernbrennstoffe für 40 Jahre genehmigt. In Jülich besteht der Nachteil, dass die Genehmigung seitens der Genehmigungsbehörde lediglich für 20 Jahre erteilt worden ist.
• Es ist zu bezweifeln, dass das BFS auf einen Antrag wartet, zumindest nicht von der JEN. Allerdings gibt es einen entsprechenden Antrag für eine befristete Genehmigung für das bestehende Lager, der bekanntlich noch nicht abschließend beschieden werden konnte..
• Seit dem 2. Juli 2014 besteht die Anordnung der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde, dass bestehende Lager unverzüglich zu räumen.
• Ein Neubau am Standort würde selbst unter optimistischen Annahmen nach heutigem Stand mindestens achteinhalb Jahre beanspruchen. Dies steht im Widerspruch zu einer unverzüglichen Räumung des Lagers.

8. Frage Frau Boslar: In Ahaus gibt es keine „Heiße Zelle“, demnach können die Castoren nicht geöffnet werden, falls dies erforderlich wäre. Müssten die Castoren in diesem Fall wieder zurück nach Jülich transportiert werden?

Die JEN führt aus: • Im Reparaturfall gibt es die Möglichkeit, die Dichtigkeit der Behälter wiederherzustellen, indem ein sogenannter Fügedeckel aufgeschweißt wird. Dieses Verfahren wurde im laufenden Genehmigungsverfahren qualifiziert.

9. Frage Frau Boslar: Ist ein Antrag auf Transportgenehmigung nach Ahaus gestellt?

Die JEN führt aus: • Der Genehmigung für den Transport von Jülich nach Ahaus wurde bereits vor langem beantragt. Die Entscheidung steht aus. . . .

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Westcastor-Resolution

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siehe auch => US-Atommüllexport im Nachbarschafts-Dialog Jülich . . . 26. September 2016 von Dirk Seifert für umweltFAIRaendern.de

wie es auch gehen kann siehe => Leise, aber erfolgreich: Konsensorientierter Dialog zur Stilllegung der Atomforschungsanlage in Geesthacht . . . 23. September 2016 . . . von Dirk Seifert für umweltFAIRaendern.de
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Kreis Borken: Gemeinsame Resolution zu möglichen Transporten der AVR-Brennelementen aus Jülich in das Zwischenlager Ahaus

Einstimmiger Beschluss des Borkener Kreistages

In seiner Sitzung am 22.09.2016 hat der Borkener Kreistag einstimmig nachfolgende gemeinsame Resolution zu möglichen Transporten der AVR-Brennelementen aus Jülich in das Zwischenlager Ahaus beschlossen: . . .  . . . => weiterlesen bei kreis-borken.de
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„Thorium – Atomkraft ohne Risiko?“ Alte Lügen – neu verpackt bei ARTE

(von Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer, Vizepräsident Atomschutzverband TRAS)

Die internationale Atomlobby war nach den vielen Opfern der „zivilen“ Nutzung der Atomkraft, nach Fukushima und Tschernobyl für kurze Zeit ein wenig in Deckung gegangen. Aufgegeben hat sie nicht. . .

Der ARTE/NDR-Film „Thorium – Atomkraft ohne Risiko?“

. . . vom 20.9.16 erinnert nicht nur von der Machart an den alten, gut gemachten Propagandafilm aus dem Jahr 1953 „Unser Freund das Atom“ von Walt Disney.
„Unser Freund das Atom“ ist sauber, risikolos, unendlich vorhanden und es wird die endliche und schmutzige Energie aus Kohle und Öl ersetzen, war die Botschaft des alten Disney-Films und der neue ARTE Film von 2016 überträgt die damalige Heilsbotschaft auf den „zukünftigen“ Hoffnungsträger der Atomindustrie, auf den Flüssigsalzreaktor, den Thorium-Reaktor.

Produktplatzierung (engl. product placement), gezielte, verdeckte Produktwerbung ist in öffentlich rechtlichen Medien eigentlich verpönt. Im ARTE-Film „Thorium – Atomkraft ohne Risiko?“ war tatsächlich keine Werbung versteckt. Der Film selber war ein einziger Werbespot, nur der Hinweis zu „Risiken und Nebenwirkungen“ des beworbenen Produktes fehlte. Es wäre dumm, „ausgewogene“ Filme zu fordern. Doch wenn zentrale Aspekte fehlen und eine Hochrisikotechnologie mit vorgeschobenen Öko-Argumenten schöngefilmt wird, dann ist das Greenwash.

Kleine und kleinste „umweltfreundliche“ Thorium-Atomkraftwerke sollen zukünftig überall auf der Welt gebaut werden und die Forschung wird mit EU-Geldern gefördert. Aus dem alten, großen Druck- und Siedewasser-Reaktor würden unzählige Klein- und Kleinstreaktoren.
Ein zentrales Risiko der vielen, neuen Kleinreaktoren wurde bei ARTE gezielt ausgeklammert. In jedem dieser Mini-Reaktoren entsteht die Radioakivität vieler Hiroshima-Bomben. Ein Unfall oder ein Anschlag auf ein Kleinst-AKW könnte eine Stadt unbewohnbar machen.
Viele kleine Reaktoren sind viele kleine, zwangsläufig schlecht gesicherte, potentielle Anschlagsziele. Wenn heute in Syrien und im Irak diese neuen AKW stünden, dann könnte der IS schmutzige Bomben bauen. Auch für die heutigen und zukünftigen Diktatoren der Welt brächte die Möglichkeit, „schmutzige Bomben“ zu bauen einen „nordkoreanischen Machtzuwachs“.
Die Idee der Verbreitung von vielen kleinen AKW auf der Welt ist ein atomarer Alptraum, passt allerdings auch gut ins zerstörerische Zeitalter des Anthropozän..

Umweltbelastend, krank machend und sogar tödlich sind die Folgen der Thoriumgewinnung und der atomaren Aufarbeitung. Im so genannten Normalbetrieb geben auch Kleinreaktoren, wohnortnah, krebserzeugende Radioaktivität an die Umwelt ab. Ein Thorium-Reaktor erzeugt zwar weniger und kürzer strahlenden Atommüll als ein Druckwasserreaktor, doch dafür strahlt er stärker.
In Deutschland war der Thorium-Hochtemperaturreaktor (THTR) im westfälischen Hamm ein riskantes, kostspieligen Fiasko. Die erhöhte Zahl von Krebserkrankungen im Umfeld des THTR, der Unfall am 4./5. Mai 1986 bei dem Radioaktivität freigesetzt wurde (aber nicht gemessen werden konnte, weil durch einen „erstaunlichen Zufall“ die AKW-Messinstrumente nicht funktionierten), waren kein Thema für den Werbefilm.

Eine zentrale Frage hat der ARTE /NDR-Film von Myriam Tonelotto nicht beantwortet:

Warum soll eine gefährliche, teure Technologie weiter entwickelt und gefördert werden, wo es doch kostengünstige, umweltfreundliche und ungefährliche Alternativen gibt?

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer,
Vizepräsident Atomschutzverband TRAS

Nachtrag und kleiner Trost für die Redaktion: Nicht alle kritisieren den Film. Werbung und lobende Kritiken im Netz gibt´s u.a. von der Atompartei AfD, von Gegnern der Energiewende und Klimawandelleugnern, von Windkraftkritikern, die Windräder für gefährlicher als AKW halten und den Atomlobbyisten im Netz.

=> BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein
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zu diesem Thema gibt´s auch ein Seminar am 19.11.16 in Hamm => Die „grüne Atomkraft“: Thorium – Atomkraft ohne Risiko?
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siehe zum Thema auch => Kritische Stimmen zur These „Thorium – Atomkraft ohne Risiko“ . . . 21. September 2016 . . . AAE
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Klaus der Geiger & Salossi
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75 Organisationen rufen zur Lingen-Demo auf

„Atomkraft jetzt den Saft abdrehen
– Uranfabriken schließen“

Mittlerweile rund 75 Organisationen aus Niedersachsen, NRW und den benachbarten Niederlanden rufen für den 29. Oktober zu einer überregionalen Anti-Atom-Demo am emsländischen Atomstandort Lingen auf.

Unter dem Motto
„Atomkraft jetzt den Saft abdrehen – Uranfabriken schließen“
fordern sie vor allem die sofortige Stilllegung der niedersächsischen AKW Lingen II und Grohnde sowie der Brennelementefabrik Lingen und der Urananreicherungsanlage Gronau.

Damit verbunden fordern die Organisationen die sofortige Einstellung aller Exporte von Brennelementen und angereichertem Uran aus Lingen und Gronau für marode AKW in Belgien und Frankreich.
Sie setzen sich zudem für die sofortige Stilllegung dieser hochgefährlichen Pannenreaktoren ein.

„Mit der Anti-Atom-Demonstration in Lingen am 29. Oktober wollen wir ein klares Zeichen setzen, dass der Atomausstieg in Deutschland nicht auf die lange Bank verschoben werden darf.
In Zeiten der Energiewende benötigt niemand mehr hochriskante Atomenergie.
Es ist völlig inakzeptabel, wenn die Bundesregierung sowie die Länder Niedersachsen und NRW die Brennelementfabrik in Lingen und die Urananreicherungsanlage in Gronau – die bislang vom Atomausstieg ausgenommen sind – bis zum Sankt Nimmerleinstag Uranbrennstoff für die weltweite Atomindustrie produzieren lassen. Wer bekannte Schrottreaktoren in den Nachbarländern fortgesetzt mit Atombrennstoff versorgt, macht sich für dortige Störfälle mitverantwortlich.
Lingen ist ein zentraler Ort für die Atomindustrie in Deutschland, Belgien und Frankreich. Die Nutzung der Atomenergie muss vollständig beendet werden,“ erklärte der veranstaltende Trägerkreis der Anti-Atom-Demonstration.

Die Demo wird am 29. Oktober um 13 Uhr am Bahnhof in Lingen mit einer Kundgebung beginnen und nach einem Demonstrationszug durch die Innenstadt vor dem Alten Rathaus enden.

Aktuelle Infos, der Aufruf zur Demo sowie die unterstützenden Gruppen finden sich auf: www.lingen-demo.de

(PM vom 22.9.16 von Trägerkreis Lingen-Demonstration 29.10.2016)
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Anreise-Möglichkeiten am
29. Oktober 2016

von Euskirchen

zur überregionalen
AntiAtom-Demo in Lingen!
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Kritische Stimmen zur These „Thorium – Atomkraft ohne Risiko“

(aus einer e-mail vom 21.9.16 von Philip Bedall, ROBIN WOOD Energie, energie[ät]robinwood.de)

ARTE-Themenabend Atomkraft vom 20.9.2016

Für alle die, bei denen der ARTE-Themenabend „Thorium – Atomkraft ohne Risiko?“ offene Fragen hinterließ, hier einige kritische Stimmen zur These „Thorium-Reaktoren als sichere und umweltgerechte Alternative“:

„Haben wir nicht all diese Dinge schonmal von Befürwortern der Atomkraft gehört? Wurde uns nicht in den 50ern, 60ern, 70ern, 80ern, 90ern und ebenso bis heute erzählt, dass all diese Wunder sogar von Uran-Reaktoren erfüllt werden? […]
Sichere Reaktoren?
Die Risiken die Atomreaktoren innewohnen beruhen auf der gewaltigen Konzentration an radioaktivem Material und der riesigen Menge an Hitze, die sie produzieren (welche schlussendlich für die Elektrizitätsproduktion erfordert wird). Es macht keinen Unterschied, ob der Treibstoff Uran oder Thorium ist, ob er fest oder flüssig ist, diese Charakteristiken alleine werden unausweichlich die Achilles-Ferse jedes Atomreaktors sein.“
(Zitat aus The Ecologist)

„Auch wenn die Thorium-Technologie sich bis zu dem Punkt weiterentwickeln würde, wo sie kommerziell nutzbar ist, würde sie die selben Probleme aufzeigen wie konventionelle Atomkraft: Sie ist nicht erneuerbar oder nachhaltig und kann nicht effektiv an Smart-Grids angebunden werden. Die Technologie ist nicht getestet und keiner der hauptsächlichen Player interessiert. Thorium Reaktoren sind nichts mehr als eine Ablenkung.“
(Zitat aus The Guardian)

zum weiterlesen:
=> The Ecologist (26.3.2014): Exposing the thorium myth
=> The Guardian (23.6.2011): Don‘t believe the spin on thorium being a greener nuclear option
=> Greenpeace (24.3.2014): The mythologies of thorium and uranium
=> Union of Concerned Scientists: Statement on Thorium-fueled Reactors.
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siehe zum Thema auch => „Thorium – Atomkraft ohne Risiko?“ Alte Lügen – neu verpackt bei ARTE . . . 24. September 2016 . . . AAE
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Klaus der Geiger & Salossi
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Umweltverbände fordern Beibehaltung der Brennelementesteuer

Offener Brief an Finanzminister Schäuble, Energieminister Gabriel und Umweltministerin Hendricks

Eine Ende des Jahres drohende Steuerbefreiung für Atomkraftwerke in Milliardenhöhe ruft Protest von Umweltschützer*innen und Atomkraftgegner*innen hervor.
Die Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und das Umweltinstitut München fordern in einem gemeinsamen offenen Brief an Finanz-, Wirtschafts- und Umweltministerium sowie die Fraktionsspitzen von CDU/CSU und SPD, den Brennstoff von Atomkraftwerken weiter zu besteuern. Bisher plant die Regierung, die so genannte Brennelementesteuer Ende des Jahres ersatzlos zu streichen.


„Lässt die Bundesregierung das Auslaufen der Brennelementesteuer zu, belohnt sie den Weiterbetrieb von Atomkraftwerken – pro Reaktor und Tag mit rund 500.000 Euro“, kritisiert Franziska Buch vom Umweltinstitut München. „Fünf Jahre nach Fukushima wäre das gesellschaftlich wie ökonomisch das absolut falsche Signal. Die Regierung muss nun schnellstens eine Gesetzesänderung auf den Weg bringen, um das Ende der Brennelementesteuer zu verhindern.“

Eingeführt wurde die Steuer 2011, um die AKW-Betreiber an den gesellschaftlichen Kosten der Atomenergie zu beteiligen und Wettbewerbsvorteile der Atomkraft zu reduzieren. „Es gibt keinen Grund, jetzt auf diese Steuer zu verzichten“, so Thorben Becker, Atomexperte beim BUND. „Im Gegenteil: Die Sanierung der Atommülllager Asse II und Morsleben wird weit mehr kosten, als die Brennelementesteuer bisher eingebracht hat. Zudem hätten die übriggebliebenen Atomkraftwerke mit dem Auslaufen der Steuer in den kommenden Jahren völlig ungerechtfertigte Vorteile im Strommarkt.“

Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt, verweist darauf, dass die Abschaffung der Brennelementesteuer auch den geplanten „Risikoaufschlag“ beim Atommüll-Fonds ad absurdum führen würde. „Die Konzerne bekämen die sechs Milliarden Euro, die sie als ‚Risikoaufschlag‘ in den Fonds einzahlen sollen, durch die Befreiung von der Brennelementesteuer wieder zurück. Unterm Strich würde der Staat den AKW-Betreibern die Haftung für ihren Atommüll also völlig gratis abnehmen – das kann nicht sein!“

(gem. PM vom 19.9.16 von • .ausgestrahlt, • Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), • Umweltinstitut München)
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hier im Original als pdf => Offener Brief: Die Brennelementesteuer muss entfristet werden
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siehe auch => AKW-Betreiber tricksen bei Brennelemente-Steuer . . . PM vom 20.9.16 . . . .ausgestrahlt
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Mehr Infos zur Brennelemente-Steuer findet Ihr hier =>
Kampagne: Keine Steuerbefreiung für AKW! . . . .ausgestrahlt

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Bundesweites Castor-Treffen in Göttingen, 25.9.2016

Bundesweites Castor-Treffen

Göttingen, 25.9.2016 • 10.00-15.30 Uhr in der Volkshochschule •
Bahnhofsallee 7 • 37081 Göttingen • direkt hinterm Bahnhof
(am Tag nach der Atommüllkonferenz in Göttingen)

In den nächsten Jahren stehen reihenweise Castor-Transporte an:

Obrigheim -> Neckarwestheim • 15 Castoren • ab 2017 möglich
Jülich -> Ahaus • 152 Castoren • ab 2017 möglich
La Hague -> Philippsburg • 5 Castoren • ab 2017 möglich
Garching -> Ahaus • 5 Castoren • ab 2018
Sellafield -> Brokdorf • 7 Castoren • 2018, 2019 oder 2020
Sellafield -> Biblis • 7 Castoren • 2018, 2019 oder 2020
Sellafield -> Ohu • 7 Castoren • 2018, 2019 oder 2020

Zu diesen massig anstehenden Transporten fehlt es noch weitgehend an überregionalem Informationsaustausch, Absprachen und Strategien. Da aber einige dieser Transporte schon 2017 rollen können, wird es höchste Zeit, sich damit zu beschäftigen.
In Göttingen wollen wir uns mit möglichst vielen betroffenen Standorten und weiteren interessierten Initiativen zusammensetzen.
. . . weiterlesen => Einladung: Bundesweites Castor-Treffen in Göttingen am 25.9.2016
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Welche Strategie verfolgt die Landesregierung, um gemäß ihrem Koalitionsvertrag „sinnlose und gefährliche Atomtransporte“ von einem Zwischenlager in ein anderes zu verhindern?

Kleine Anfrage im Landtag NRW:

Welche Strategie verfolgt die Landesregierung, um gemäß ihrem Koalitionsvertrag „sinnlose und gefährliche Atomtransporte“ von einem Zwischenlager in ein anderes zu verhindern?

=> Antwort hier als pdf

. . . 16. September 2016 . . . Hanns-Jörg Rohwedder MdL, Piratenfraktion NRW
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Westcastor-Resolution

Schon über 80 Unterzeichnende!
Wenn auch Ihr die Westcastor-Resolution
mit eurer Gruppe/ eurem Verband oder eurer Partei unterzeichnen wollt, meldet Euch bitte mit dem Betreff „Westcastor-Resolution“ unter info[at]sofa-ms.de

Wir fordern:

• Zwischenlager-Neubau in Jülich gemäß den aktuellen Sicherheits-Anforderungen mit Öffentlichkeitsbeteiligung auf Augenhöhe
• Keine Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus!
• Endgültige Absage des Castor-Exports aus Jülich in die USA!
• Verantwortungsübernahme durch Verursacher und zuständige Ministerien!
• Einhaltung des NRW-Koalitionsvertrages!

Wir wenden uns gegen die geplanten Transporte der Jülicher Castoren nach Ahaus:

► Das Zwischenlager in Ahaus hat nur noch eine Genehmigung bis 2036. Bereits im Jahr 2030 müssen Pläne für die Räumung des Lagers vorgelegt werden.
► Das Ahauser Zwischenlager ist nicht gegen Flugzeugabstürze und Terrorangriffe gesichert.
► Die hochporösen, brennbaren Brennelementkugeln müssen vor einer wie auch immer gestalteten Endlagerung aufwendig konditioniert (=bearbeitet) werden – das ist in Ahaus nicht möglich.
► In Jülich gibt es eine ‚Heiße Zelle‘ zur Reparatur und Beladung von Castor-Behältern. Die Errichtung einer ‚Heißen Zelle‘ in Ahaus ist vertraglich ausgeschlossen.
► Im Koalitionsvertrag der NRW-Regierungsparteien SPD und Bündnis 90/Die Grünen heißt es unmissverständlich: „Zudem lehnen wir sinnlose und gefährliche Atomtransporte quer durch NRW ab. Wir wollen, dass die Castoren, vor allem die in Jülich lagernden, nur noch einmal transportiert werden – nämlich zu einem Endlager, wenn hierfür ein Standort gefunden ist.“

Seit 1993 lagern die Castoren in einem Zwischenlager des Forschungszentrums Jülich (FZJ), dessen Genehmigung am 30.06.2013 trotz Absehbarkeit ohne angemessene Reaktion der NRW-Atomaufsicht ausgelaufen ist. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) bemängelte mehrfach fehlende oder mangelhafte Unterlagen zur Verlängerung der Genehmigung. Zur Erdbebensicherheit fehlen konkrete Untersuchungen, obwohl die Thematik seit 15 Jahren bekannt ist.
Zweimal wurde die weitere Lagerung der 152 Castoren in Jülich von der NRW-Atomaufsicht amtlich geduldet, bis am 02.07.2014 die Räumungsanordnung erteilt wurde. Seitdem lagern die Castoren illegal in Jülich – die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Offiziell sieht das Räumungskonzept des FZJ drei gleichwertige Optionen vor:
1. Export der Castoren in die USA, angeblich schnellste Option
2. Castor-Transporte nach Ahaus,
3. Neubau eines Zwischenlagers in Jülich, angeblich langsamste Option

Offensichtlich wird nur an den Plänen für Castor-Transporte nach Ahaus ernsthaft gearbeitet, da nur hierfür eine Einlagerungsgenehmigung (im Juli 2016 vom BfS erteilt) und eine Transportgenehmigung (noch in Bearbeitung) beantragt wurden. Für die anderen beiden Optionen sind noch keinerlei Anträge gestellt worden.
Da das kommerzielle AKW ‚Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor‘ Jülich (AVR) zwar ein Prototyp, aber kein Forschungsreaktor war, ist ein Export in die USA juristisch gar nicht zulässig.
Das FZJ ist zwar formal nicht mehr zuständig, hat aber die unbefriedigende Lage zu verantworten.

Zuständig für die Westcastoren sind: • das Bundesfinanzministerium als Besitzer der Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) und somit der 152 Westcastoren, • das NRW-Umweltministerium, • das NRW-Wissenschaftsministerium und • das Bundesforschungsministerium im JEN-Aufsichtsrat, • das NRW-Wirtschaftsministerium als auf Landesebene zuständige Atomaufsicht, • das Bundesumweltministerium als übergeordnete Bundesatomaufsicht, • das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) als Genehmigungsbehörde für die Zwischenlager und den Transport.

Wir fordern den Stopp der Castor-Transport-Pläne und echte Verantwortungsübernahme!

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Westcastor-Resolution

=> hier gibt´s die Resolution als pdf mit regelmäßig aktualisierter Unterstützer*innen-Liste
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WDR-Bericht zur LaKo am 10.9.16 in Aachen


Link zum Video =>

Tihange – Protest in Aachen

Aktuelle Stunde | 10.09.2016 |

Video verfügbar bis 17.09.2016 | WDR

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Hintergrund-Infos zur LaKo siehe auch =>

Erstmals findet die Landeskonferenz der Anti-Atomkraft-Initiativen in Aachen statt

. . . 8. September 2016 . . . AAE
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Anreise-Möglichkeiten am 29. Oktober 2016 zur überregionalen AntiAtom-Demo in Lingen!

29. 10. 2016: Demonstration in Lingen (hier der => Aufruf)

Beginn: 13 Uhr, Bahnhof Lingen

Abschlusskundgebung vor dem Alten Rathaus

„Atomkraftwerken jetzt den Saft abdrehen!
Brennstoffversorgung aus Lingen und Gronau stoppen!“

Wie kommt mensch von
Euskirchen nach Lingen?

Bis jetzt gibt`s drei Möglichkeiten:

• Mit dem PKW / Fahrgemeinschaft

Angebote und Nachfragen:
Bitte melden bei => antiatomeuskirchen[ät]posteo.de
(über die „Kommentar“ – Funktion geht auch)

• Bonn:

Der Bus von AntiAtomBonn wird wieder an der Haltestelle für Langsstreckenbusse in Bonn abfahren (5 Geh-Minuten vom HBF).
Es gibt einen Zwischenstopp in Köln.

Hinfahrt:
- Abfahrt Bonn 8:45 Uhr, Bf für Langstreckenbusse (Tomastr./Alter Friedhof)
- Zwischenstopp Köln ca. 9:15 Uhr am Deutzer Bahnhof
- Ankunft Lingener Bahnhof ca. 12:30 Uhr
Rückfahrt:
- Abfahrt in Lingen ca. 16:30 Uhr, Ankunft Köln-Deutz ca. 19.30 Uhr und Bonn ca. 20:00 Uhr

Preis für Hin- und Rückfahrt: 20 € pro Person
Bitte meldet Euch formlos unter => kontakt[ät]antiatombonn.de an und überweist das Geld auf unser Vereinskonto mit dem Verwendungszweck: Lingen-Bus / Name / Zustiegsort. Mit dem Zahlungseingang ist der Platz fest gebucht.

• Euskirchen, Bahnhof:

Mit dem „Schönes-Wochenende-Ticket“ mit bis zu 5 Personen ab 40,- Euro für 1 Reisenden. (4,- Euro Aufschlag pro Person für bis zu 4 Mitreisende.) Hin- u. Rückfahrt.
Achtung: Bauarbeiten und Sperrungen zwischen Euskirchen und Köln!!!

Z.B.: Euskirchen – Lingen(Ems) – Sa, 29.10.16 • 08:30 bis 12:54 • Umstiege: 2, RB, RE, WFB
Rückfahrt: Lingen(Ems) – Euskirchen • Sa, 29.10.16 • 16:04
bis 20:28 • Umstiege: 2, WFB, RE, RB
oder:
Euskirchen => Lingen(Ems) – Sa, 29.10.16 • 08:30 bis 12:54 • Umstiege: 2, RB, RE, WFB
Rückfahrt: Lingen(Ems) => Euskirchen – Sa, 29.10.16 • 17:04
bis 21:53 • Umstiege: 2, WFB, RE, RB

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homepage => weltweit.nirgendwo.info/demo
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Erstmals findet die Landeskonferenz der Anti-Atomkraft-Initiativen in Aachen statt

Am Samstag, 10.09.2016, treffen sich die Anti-Atomkraft-Initiativen aus NRW im Welthaus in Aachen.
Sie beraten dort über aktuelle Themen und planen Schwerpunkte für gemeinsame Aktionen.
Es wird auch darum gehen, wie weiterhin Druck auf den Betreiber des AKWs Tihange ausgeübt werden kann.

In den vergangenen Jahren hat sich die NRW-Anti-Atom-Landeskonferenz (LaKo) zur besseren Vernetzung bewährt.
„Es hat seit 1977 in der Anti-AKW-Bewegung viele LAKOs gegeben, aber noch nie eine in Aachen. Das Treffen aller NRW Anti-Atom-Gruppen in Aachen bedeutet auch, dass die Relevanz von Tihange in ganz NRW gesehen wird.“ betont Martina Haase von der AKW-Nee Gruppe in Aachen.

Aber auch an weiteren Anti-Atom-Themen dürfte es den Teilnehmer*innen nicht mangeln: rostige Fässer in der Duisburger Konditionierungsanlage, Drohung von Castor-Transporten zwischen Jülich und Ahaus, ständige Urantransporte quer durch NRW, Uranlieferungen aus Gronau zu den AKWs Tihange und Fessenheim, die Brennelementefabrik in Lingen und dann natürlich direkt an den NRW-Grenzen die Schrott-Reaktoren in Tihange und Doel.
Es gibt viel zu tun in der Anti-Atom-Bewegung. In Aachen wird dazu am Wochenende ein wichtiger Schritt getan!

(PM von Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie)
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=> Einladung zur Anti-Atom Landeskonferenz NRW am 10. September 2016 . . . 29. August 2016 . . . AAE
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AntiAtom-Stand auf der „Stop CETA/TTIP“ – Demo am 17. September 2016 in Köln

Das AntiAtom-Plenum-Köln (AAPK) ist auf der Demo Stop CETA / TTIP auch mit einem Info-Stand vertreten.

Auch für die AntiAtom-Bewegung würde dieses Abkommen eine Katastrophe bedeuten.
Schon jetzt klagt Vattenfall in Washington/USA gegen die BRD wegen des sogenannten „Atomausstiegs“, der noch nicht einmal einer ist.

Kommt auch zur Demo

am 17. September 2016 in Köln,

um 12 Uhr, Deutzer Werft

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und informiert euch am Stand des AAPK

über die AntiAtom-Demo in Lingen

und wie ihr dahin kommt,

aber auch über viele andere Themen wie Urantransporte, Jülich etc.

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=> antiatomplenum.blogsport.de
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Treffen zwischen Anti-Atomkraft-Initiativen und NRW-Atomaufsicht

Beendigung Urananreicherung /
Verhinderung Castor-Transporte

Anti-Atomkraft-Initiativen aus dem Münsterland und Rheinland sowie der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) und die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs / Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW) haben sich mit der Landesatomaufsicht im NRW-Wirtschaftsministerium getroffen.
Bei dem konstruktiven Gespräch ging es um die Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau sowie Möglichkeiten zur Verhinderung der angekündigten Castor-Transporte aus Jülich und Garching ins Zwischenlager Ahaus.

1. Zur Urananreicherung in Gronau . . .

. . . teilte das NRW-Wirtschaftsministerium mit, dass die Landesregierung die Einladung des Bundesumweltministeriums zu Gesprächen über eine Stilllegung der Gronauer Uranfabrik angenommen habe und diese Gespräche in einigen Wochen beginnen.

„Wir erwarten, dass sowohl die NRW-Landesregierung wie auch die Bundesregierung ernsthaft verhandeln und zügig die Urananreicherung beenden. Zudem droht mit dem Beginn einer zeitlich unbefristeten Lagerung von Uranmüll in Gronau die Entstehung eines oberirdischen Endlagers,“ so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Die Anti-Atomkraft-Initiativen forderten deshalb die NRW-Atomaufsicht auf, die mittlerweile auf Anfang 2017 verschobene Inbetriebnahme des neuen Uranmüll-Lagers in Gronau zu verhindern sowie die hochgefährliche Freilagerung von Uranhexafluorid (UF6) zu beenden.
Auch ein Exportstopp von angereichertem Uran aus Gronau für die Brennelementeproduktion für Pannenreaktoren – wie z. B. in Belgien und bald in der Ukraine – war Gesprächsthema.

2. Zu den angekündigten Castor-Transporten von Jülich nach Ahaus . . .

. . . betonte das NRW-Wirtschaftsministerium, dass weiterhin alle drei Optionen – Neubau eines Zwischenlagers in Jülich, Export in die USA sowie Transport nach Ahaus – für die 300.000 hochradioaktiven Brennelementkugeln auf dem Tisch lägen.

„De facto ist aber durch die im Juli erteilte Einlagerungsgenehmigung für das Zwischenlager Ahaus diese Option die einzige, die von den Betreibern des Forschungszentrums Jülich – dem Bund und dem Land NRW – ernsthaft und mit Nachdruck verfolgt wird. Wir erwarten jedoch von der NRW-Landesregierung die Einhaltung des Koalitionsvertrags von 2012: Das bedeutet nur noch einen Castor-Transport von Jülich, nämlich in ein noch zu errichtendes Endlager. In der Zwischenzeit ist der Neubau eines sicherheitstechnisch modernen Zwischenlagers in Jülich die einzige Alternative, denn auch einen Atommüll-Export lehnen wir entschieden ab,“ so Hartmut Liebermann von der BI „Kein Atommüll in Ahaus“.

3. Die Anti-Atomkraft-Initiativen . . .

. . . erneuerten in Düsseldorf zudem ihre Einladung an NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin, die beiden Atomstandorte in Gronau und Ahaus persönlich zu besuchen und mit den Initiativen sowie der Bevölkerung vor Ort zu sprechen. Die Initiativen und die NRW-Atomaufsicht erklärten ihre Bereitschaft zu weiteren Gesprächen.

„An den Atomstandorten Gronau und Ahaus sind die Dinge momentan politisch stark im Fluss. Wir setzen uns intensiv dafür ein, dass die Urananreicherung und die Brennelementefertigung endlich in den Atomausstieg einbezogen werden, und dass gefährliche und sinnlose Atomtransporte quer durch NRW unbedingt vermieden werden. Die NRW-Landesregierung muss dem Leben und der Gesundheit der Bürgerinnen und Bürgern klar Vorrang einräumen gegenüber den Interessen des Urananreicherers Urenco und des Forschungszentrums Jülich,“ so Angelika Claussen vom IPPNW.

(PM vom 2. September 2016 von • Aktionsbündnis Münsterland gegen AtomanlagenArbeitskreis Umwelt (AKU) GronauBI „Kein Atommüll in Ahaus“Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs / Ärzte in sozialer Verantwortung))
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Ahauser Stadtrat will gegen Castor-Transporte aus Jülich klagen

Einstimmig hat der Ahauser Stadtrat beschlossen, gegen die geplanten Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus zu klagen.
Dazu wurde eine Düsseldorfer Anwaltskanzlei, die auf nationales Atomrecht spezialisiert ist, beauftragt, zwei mögliche Klagewege gegen die Einlagerung des Jülicher Atommülls zu prüfen.
Mehr dazu bei => Münsterland Zeitung .de
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siehe zum Thema auch => Offener Brief an die Bürgermeisterin der Stadt Ahaus . . . 30. August 2016 . . . www.bi-ahaus.de
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mehr zu Jülich => antiatomeuskirchen.blogsport.de/category/juelich
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