Archiv für Juni 2014

Wohin mit dem Jülicher Atommüll? – Eine Stellungnahme

Zum Umgang mit dem Atommüll aus dem AVR (Jülich) & THTR (Hamm)

Nach dem vernichtenden offiziellen Gutachten über die Geschichte der Störfälle des Kugelhaufenreaktors AVR in Jülich und nach der Anhörung am 10. Juni 2014 zu diesem Bericht steht jetzt eine nächste Phase an.
Es geht um den verantwortlichen Umgang mit den „Nachlass“ dieses nuklearen Großexperimentes und des größeren Nachfolgereaktors THTR-300.
Die Anti-AKW-Bewegung hatte immer das politische Konzept, sich erst dann um den Atommüll zu kümmern, wenn zuerst die Produktion von nuklearem Material beendet ist. Beim AVR und THTR ist das der Fall.
Deshalb nehmen die Anti-AKW-Gruppen „Stop-West-Castor“ und das „Aktionsbündnis gegen Atomenergie Aachen“ Stellung zum Umgang mit dem Jülicher Atommüll.

Ausgangslage

Bundes- und Landesregierung beabsichtigen, die Castoren mit abgebrannten Brennelementkugeln aus dem Versuchskernkraftwerk AVR Jülich und offenbar auch die fast identischen aus dem großen AKW THTR-300 (Hamm) in die USA zur Wiederaufarbeitung in der Anlage H-Canyon (Militärgelände Savannah River, South Carolina) zu exportieren.
Es handelt sich um insgesamt 457 Castoren (12.000 t), die in Jülich und Ahaus lagern.
In Kugelhaufenreaktoren wurde hochangereichertes, also atomwaffenfähiges Uran verwendet, und im THTR-Atommüll ist noch viel von dem atomwaffenfähigen Uran vorhanden.

Verbotene Wiederaufarbeitung der Brennelemente

Versuche, für Brennelemente dieses Typs in Jülich eine Wiederaufarbeitung zu entwickeln, scheitertern um 1980. In der Hoffnung, dass in der militärischen Anlage Savannah River eine Wiederaufarbeitung in flüssigem Salz entwickelt werden kann, fließen bereits Gelder aus Deutschland in die USA.
Wegen der großen Umweltbelastungen ist Wiederaufarbeitung für deutsche AKW-Brennelemente seit 2005 unzulässig.

Verbotener Export der Brennelemente

Auch Exporte zur Endlagerung sind für AKW-Brennelemente rechtlich nicht möglich.

Strategie von Bund, Land und FZJ, um dem Dilemma zu entkommen

Wegen dieser Verbote wird jetzt versucht, die beiden AKW nachträglich zu „Forschungsreaktoren“ zu erklären, für die es Ausnahmeregelungen gibt.

Unsere Ablehnung aller Exportpläne

Wir sehen zwar, dass die Entsorgung von Brennelementen aus den in Jülich entwickelten Kugelhaufenreaktoren noch viel aufwändiger und schwieriger ist als diejenige von Standardreaktoren. Dennoch lehnen wir die aktuellen Exportpläne ab,
* weil damit der von Deutschland anerkannte Grundsatz verletzt wird, dass die Atommüllentsorgung dort zu erfolgen hat, wo der Müll entstanden ist und nicht andere Weltregionen damit belastet werden dürfen. Insbesondere nicht solche wie Savannah River, wo durch die Atomwaffenproduktion schon große Umweltschäden entstanden sind.
* weil der Transport der Castoren in die USA unkalkulierbare Risiken beinhaltet.
* weil es bisher keine ausreichenden Bemühungen in Deutschland gegeben hat, einen Entsorgungsweg für Kugelbrennelemente zu entwickeln und weil wir überzeugt sind, dass in Deutschland eine bessere Entsorgung möglich ist (zumindest eine weniger schlechte, denn eine gute gibt es nicht).
* weil die Anlage H-Canyon in Savannah River als Miltärkomplex nicht einmal der Kontrolle durch die internationale Atomenergiebehörde IAEA unterliegt.

Unsere Forderungen

Wir fordern daher:
* eine Erklärung, von Bund und Land, dass die Exportbemühungen eingestellt werden.
* von Bund und Land unverzüglich eine Expertengruppe einzusetzen, die alternative Lösungswege für die Entsorgung von Kugelbrennelementen aufzeigt. Diese Expertengruppe ist mindestens auch mit einem Sachverständigen aus der Anti-AKW-Szene zu besetzen.
* dass unverzüglich durch FZJ mit der Planung eines neuen, angemessen sicheren Zwischenlagers für Jülicher Castoren begonnen wird. Das hinhaltende Taktieren bei der Errichtung dieses Zwischenlagers durch das FZJ muss unverzüglich beendet werden.
(PM)

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siehe auch => Jülich: Massive Sicherheitsprobleme bei Transport von Brennelement-Kugeln . . . AAE, 17. Dezember 2011

und => Das Jülicher Atomdebakel . . . Rede von Dr. Reiner Moormann am 8.3.14 in Jülich

und => Experten bestätigen: Der AVR in Jülich war nie unter Kontrolle! . . . www.westcastor.de

sowie => Hintergrundinfos zum Reaktor in Jülich:
=> Die Kugelhaufenreaktoren AVR-Jülich und THTR (Hamm) und ihre Hinterlassenschaften:
Hintergründe einer Problemtechnologie

(von => Dr. Rainer Moormann)

und nicht zuletzt =>
=> Atommüll – Transport Jülich – USA droht! Aufruf zur SOLIDARITÄT! . . . AAE, 13. Juni 2014

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Für den eigenen Haushalt => www.atomausstieg-selber-machen.de

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Protest vor UAA Gronau gegen Uranmüll-Dauerlager

AtomkraftgegnerInnen demonstrierten vor Urananreicherungsanlage Gronau:

„NRW-Landesregierung darf Uranmüll-Dauerlager nicht genehmigen“

In Gronau sollen 60.000 Tonnen Uranoxid zeitlich unbefristet gelagert werden.
Daher protestierten heute (25.6.14) AtomkraftgegnerInnen aus dem Münsterland und dem westlichen Niedersachsen vor der Urananreicherungsanlage (UAA) im westfälischen Gronau gegen die drohende Inbetriebnahme des neuen Uranmüll-Dauerlagers.

Mit einer „Bauzustandsbesichtigung“ haben die NRW-Atomaufsicht, die Bezirksregierung Münster sowie die Stadt Gronau die riesige Lagerhalle in Augenschein genommen.
Gronauer Ratsmitglieder waren seitens der Landesregierung jedoch von der Bauzustandsbesichtigung ausdrücklich ausgeschlossen. Dafür nahmen Vertreter mehrerer Gronauer Ratsfraktionen an der Mahnwache vor dem Haupttor der UAA teil.
Nach der technischen Abnahme kann die UAA-Betreiberfirma Urenco bei der NRW-Landesregierung die Inbetriebnahme des Uranmüll-Dauerlagers beantragen und mit der Einlagerung beginnen – wenn die NRW-Landesregierung keine Einwände erhebt!

„Die neue Lagerhalle ist nicht mal gegen Flugzeugabstürze gesichert, obwohl es einen regen Flugverkehr direkt an der Atomanlage gibt. Das Flugzeugunglück von Olsberg zeigt, wie schnell es zu einer Katastrophe kommen kann. Die NRW-Landesregierung und Urenco dürfen die realen Gefahren nicht ignorieren. Und dass der Gronauer Rat von der Besichtigung ausgeschlossen wurde, ist ein Unding – wir sollen doch jahrzehntelang mit dem Uranmüll hier leben. Konsequent ist einzig und allein die Stilllegung der Urananreicherungsanlage,“ so Udo Buchholz vom Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau und Ratsherr der GAL Gronau.

„Die neue Lagerhalle wird zudem zu zahlreichen neuen Atomtransporten von und nach Gronau führen. Allein in Südfrankreich warten schon rund 13.000 Tonnen Uranoxid zum Abtransport nach Gronau. Das wird große Städte wie Koblenz, Bonn, Köln, Düsseldorf, das komplette Ruhrgebiet sowie Hamm und Münster unmittelbar betreffen – und die sichere Entsorgung des Uranmülls steht noch in den Sternen,“ so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

An der Mahnwache in Gronau nahm heute auch der Umweltaktivist Almoustapha Alhacen aus dem Niger teil. Im Niger baut Areva Uran ab, das in Frankreich verarbeitet wird. Von dort wird es u. a. zu den Urenco-Anlagen zur Anreicherung exportiert, sodass auch in Gronau Uran aus dem Niger eingesetzt werden kann. Alhacen beklagte, dass die Uran-Nutzerländer wie Deutschland sich beharrlich weigern, für die massiven Umwelt- und Gesundheitsprobleme in seiner Heimat Verantwortung zu übernehmen. Alhacen befindet sich zur Zeit auf Vortragsreise in Deutschland.

Die Anti-Atomkraft-Initiativen kündigten weitere Proteste gegen die drohende Inbetriebnahme des Uranmülllagers an. „Wir werden nicht tatenlos zuschauen, wie Gronau einfach zu einer Atommüllhalde gemacht wird,“ erklärte Udo Buchholz.
(PM)

Weitere Infos => www.sofa-ms.de, www.urantransport.de, www.bbu-online.de

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AKW Grohnde ist wieder am Netz

Niedersächsischer Umweltminister erteilt Zustimmung zum Wiederanfahren

In der PM des niedersächsischen Umweltministeriums heißt es: „Am Freitagabend hat der Betreiber des AKW Grohnde die Fragen der Atomaufsicht zu den umstrittenen Reparaturen beantwortet und nachgewiesen, dass alle Arbeiten ordnungsgemäß ausgeführt und dokumentiert wurden.
Der TÜV hat bestätigt, dass alle Reparaturen und qualitätssichernden Maßnahmen sachgerecht ausgeführt wurden.
Der Betriebsleiter des AKW Grohnde hat zudem in einer eidesstattlichen Versicherung die Vorwürfe bezüglich unzulässiger Reparaturen zurückgewiesen.“
(PM => AKW Grohnde – Zustimmung zum Wiederanfahren erteilt)
Wir ersparen uns jeglichen Kommentar….
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mehr Infos => www.grohnde-kampagne.de
sowie auf => www.grohnde-abschalten.de
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Presse:
AKW Grohnde wieder am Netz . . . taz.de … 22.6.14
Neustart in Grohnde . . . taz.de … 20.6.14

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Umweltminister stellt Wiederanfahren des AKW Grohnde zurück

Staatsanwaltschaft ermittelt . . .

Das Niedersächsische Umweltministerium hat ein am 19.6.14 eingegangenes Schreiben zu Mängeln, die während der Revision des AKW Grohnde aufgetreten, aber nur notdürftig geflickt worden sind, mit Bitte um Übernahme an die Staatsanwaltschaft Hannover übersandt.
Der geschilderte Vorgang lege den Verdacht einer Straftat gemäß §312 StGB – fehlerhafte Herstellung einer kerntechnischen Anlage – nahe.
„Ich werde meine Zustimmung zum Wiederanfahren jetzt zurückstellen, bis ich mich unter Berücksichtigung Ihrer Ermittlungsergebnisse überzeugt habe, dass Sicherheitsbedenken nicht bestehen“, heißt es in dem Schreiben abschließend.

Ebenfalls am 19.6.14 haben Bürgerinitiativen aus NRW und Niedersachsen dem Niedersächsischen Umweltminister Wenzel 4200 Unterschriften der Kampagne „AKW Grohnde jetzt stilllegen!“ überreicht.
(=> Presseinfo => „AKW Grohnde abreißen statt wieder anfahren“)

Die online-Aktion
=> „AKW Grohnde jetzt stilllegen!“ geht weiter!

Alle Infos dazu auf => www.grohnde-kampagne.de

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Atommüll – Transport Jülich – USA droht! Aufruf zur SOLIDARITÄT!

Aufruf zur Unterstützung des Protests gegen Atommüll-Import in den USA

Von Seiten der US Energiebehörde (DOE), die den Atombombenkomplex Savannah River Site (SRS) betreibt, werden die Pläne, den Jülicher AVR Atommüll anzunehmen, immer konkreter. Letzte Woche hat die Behörde ein Umweltprüfungsverfahren angekündigt.
(Hintergrund => http://www.heise.de/tp/artikel/41/41935/1.html).

In diesem Zusammenhang muss es laut Gesetz eine öffentliche Anhörung geben, die am 24. Juni Ortszeit, in North Augusta, in der Nähe des SRS, stattfinden wird. Lokale Umweltgruppen und BürgerInnen aus South Carolina und Georgia werden vor Ort sein, um ihren Protest und ihre Sorgen zu äußern.
Außerdem können Kommentare schriftlich eingereicht werden, siehe unten.
Von Tom Clements, Leiter der atomkritischen Gruppe SRS Watch, erfuhren wir, dass die Veranstaltung eventuell per Webcast im Internet übertragen wird. Es wäre etwas für Nachteulen: am 25. Juni von 0:30 bis 3:30 Uhr MEZ.

Wir möchten Euch ermutigen, von Deutschland aus den Protest der amerikanischen AktivistInnen zu unterstützen, indem ihr eine Email an => drew.grainger[ät]srs.gov,
Kopie an => askNEPA[ät]hq.doe.gov,
([ät] = @) schreibt, um euren Protest auszudrücken.
Ihr könnt darin auch den Wunsch äußern, dass die Anhörung im Internet übertragen wird.

Jeder Kommentar wird vom DOE veröffentlicht und zeigt den SRS Beamten, dem SRS BürgerInnenbeirat und den AktivistInnen, dass es Protest gegen den Export in Deutschland gibt. Es wäre vor allem eine große Motivation und ein Ausdruck der Solidarität für diejenigen, die in den USA gegen die Atommafia kämpfen.

Kommentare können bis zum 21. Juli 2014 geschickt werden.
Bitte verbreitet den Aufruf. Vielen Dank!
(PM)

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