„Saikado Hantai!“ – Starke Proteste in Japan gegen Wiederanfahren der AKWs

Rund 11.000 Menschen demonstrierten gestern in Tokio vor dem Haus des Ministerpräsidenten gegen das Wiederanfahren der ersten zwei AKWs.
Lautstark forderten sie von Premier Noda:
„Saikado Hantai“ (= „kein Wiederhochfahren“)

Dabei hoffen die Menschen dort auch auf internationale Solidarität.
Kann mensch doch per mail an den japanischen Ministerpräsidenten appellieren, seinen Protest ausdrücken (hier => über dieses mail-Formular). Einen Textvorschlag findet Ihr => hier als pdf.

In Frankfurt kam es vor dem japanischen Generalkonsulat zu einer Solidaritätskundgebung.


Hier wurden Protestbriefe für Premier Noda an den Generalkonsul übergeben.

Nach Fukushima waren sukzessive alle Atomkraftwerke heruntergefahren worden, wurden „untersucht“, einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen.
So feierten dann Anfang Mai viele Japaner das Abschalten des letzten AKWs.
Forderten und fordern seitdem den endgültigen und dauerhaften Ausstieg aus der Atomenergie.

Dabei gibt es jedoch nicht nur Druck auf die Politik seitens der mächtigen Lobby der Atomwirtschaft.
Auch konservative Politiker üben aus mitlitärischen Gründen Druck gegen einen Atomausstieg aus.
Sie sehen Japan als „latente Atommacht“.
In Japan gelten zwar offiziell seit 1967 die drei Prinzipien, dass Japan Atomwaffen weder produziert noch besitzt, sie auch nicht ins Land lässt (Fremdstationierung).
Die überwiegende Mehrheit der JapanerInnen ist strikt gegen Atomwaffen.

Dennoch spielt wohl für einige PolitikerInnen der militärische Nutzen der Atomkraft eine wichtige Rolle.
So schreibt Martin Fritz (in => taz.de, 19.04.12, „Die „latente“ Atommacht), dass Japan über genug Spaltmaterial und die Möglichkeiten verfüge, innerhalb kürzester Zeit Atombomben zu bauen: „Sein Vorrat an 30 Tonnen spaltbarem Plutonium reicht für bis zu 3.000 Atomwaffen. . . . . Der Schnelle Brüter Monju, die fast fertige Wiederaufbereitungsanlage in Rokkasho und die geplante Fabrik für Mischoxid-Brennstäbe dienen der Produktion von Plutonium und angereichertem Uran.“ (ebd.)

Ein in der Historie von AntiAtom- und Friedensbewegung oft genannter Zusammenhang, der auch auf dem Ostermarsch 2012 in Jülich, der zum Firmengelände der Enrichment Technology Company Limited (ETC) führte, thematisiert wurde.
(siehe auch => pdf => Rede von Chris Weise/AntiAtom-Euskirchen, Jülich, 9.4.12)
Das Unternehmen entwickelt und produziert Gaszentrifugen. Mit diesen kann in Urananreicherungsanlagen (UAA, z.B. Gronau) Uran so angereichert werden, dass es sich zur Energieerzeugung in Atomkraftwerken eignet. Grundsätzlich kann mit den Gaszentrifugen aber auch Uran für Uranbomben angereichert werden.

Es gibt also unendlich Gründe, sich weiterhin (auch international) für einen wirklichen und sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie zu engagieren, dafür zu kämpfen, solidarisch zu handeln.

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Deine Spende für den gewaltfreien Widerstand, für den Atomausstieg!
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