SpitzenkandidatInnen sollen atompolitische Wahlprüfsteine beantworten
Wie stehen die Parteien in Nordrhein-Westfalen zum Weiterbetrieb der Atomanlagen im bevölkerungsreichsten Bundesland? Zur Klärung dieser Frage hat der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) in enger Zusammenarbeit mit dem Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen stellvertretend für rund 30 Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbände Wahlprüfsteine an nordrhein-westfälische SpitzenkandidatInnen geschickt. Konkret wurden Dr. Norbert Röttgen (CDU), Hannelore Kraft (SPD), Sylvia Löhrmann (Grüne), Christian Lindner (FDP), Katharina Schwabedissen (Linke) und Dr. Joachim Paul (Piraten) bis Ende April um Stellungnahmen gebeten.
Schon vor der letzten Landtagswahl im Mai 2010 hatten Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbände einen Ausstiegsfahrplan für die Atomanlagen in NRW veröffentlicht und die Parteien mit konkreten Forderungen konfrontiert. Jetzt, zwei Jahre später, sind die Forderungen weiterhin hochaktuell, hinzugekommen sind drohende Transporte von Plutonium-Mischoxid-Brennstäben quer durch NRW Richtung Atomkraftwerk Grohnde (Niedersachsen). „NRW ist in den letzten zwei Jahren unter rot-grün dem Atomausstieg nicht näher gekommen“, bilanziert daher das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen. „Die Urananreicherungsanlage in Gronau wurde weiter ausgebaut, neben der Anlage wird eine Atommüllhalle gebaut und Urantransporte fahren nahezu wöchentlich durch ganz NRW“, kritisiert Udo Buchholz, Vorstandsmitglied des BBU und Anwohner der Gronauer Uranfabrik.
Unsere Wahlprüfsteine machen deutlich, dass von Atomausstieg in NRW keine Rede sein kann, weder an den Atomstandorten Gronau und Ahaus noch an den Atomstandorten Duisburg, Krefeld und Jülich. NRW ist ein Zentrum der Atomindustrie. Doch Atomenergie ist eine veraltete, höchst gefährliche und unverantwortliche Technologie, die zum GAU führen kann. Außerdem werden Unmengen an hochbrisantem Atommüll erzeugt, der für Zehntausende von Jahren sicher gelagert werden muss. Urananreicherung, Atommüllkonditionierung und Zwischenlagerung verschärfen und verschleiern die Atommüllproblematik nur.
Die Bürgerinitiativen erwarten von den SpitzenkandidatInnen der Parteien Antworten darauf, wie in NRW der Atomausstieg konkret und verbindlich umgesetzt werden soll – NRW braucht keine Atomanlagen!
In dem umfangreichen Fragenkatalog heißt es u. a.:
– Wie stehen Sie zu den geplanten und jetzt verschobenen Castor-Transporten von Jülich nach Ahaus?
– Sind Sie für die Schließung der Urananreicherungsanlage und wenn ja, wann?
– Wie wollen Sie verhindern, dass am Standort Jülich weiterhin Forschung zur Atomtechnik (incl. Fusionsforschung, Zentrifugenproduktion etc.) stattfindet, obwohl Atomenergie keine Zukunft hat?
– Wo verblieb und verbleibt der Atommüll, der in Krefeld angefallen ist?
Erstunterzeichner der Wahlprüfsteine:
Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie; Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen; Aktionsbündnis Stop Westcastor; AntiAtomBonn; Antiatom-Bündnis-Niederrhein; AntiAtom-Euskirchen; Anti Atomkraftbündnis Ruhr; Anti-Atom-OWL (Ostwestfalen Lippe); Anti-Atom-Plenum Bochum; Arbeitskreis Energie des BBU; Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau; Arbeitskreis Umweltschutz Bochum; Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU); Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Kreisgruppe Duisburg; Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“; Detmolder FORUM Energie-Klima-Zukunft; freischaffende atomkraftgegnerInnen moers/neukirchen-vluyn; Hamm gegen Atom; Klimabündnis Niederrhein; Menschen gegen Atomanlagen (MegA) Waltrop; Natur- und Umweltschutzverein Gronau (NUG) ; Netzwerk-Energiewende-Wesel; SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster; Strahlenzug Mönchengladbach; urgewald; Wegberger Montagsspaziergänger gegen Atomkraft
Hier findet Ihr => Den offenen Brief mit allen Wahlprüfsteinen und Fragen
Die Antworten der PolitikerInnen findet Ihr bei
=> www.kein-castor-nach-ahaus.de

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